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Lebensversicherung Welche Versicherer einen Run-off für sich ausschließen

Der Vorstand der Allianz Leben: Markus Faulhaber.
Der Vorstand der Allianz Leben: Markus Faulhaber. © dpa/picture alliance

Einige Lebensversicherer sehen sich im Niedrigzinsumfeld gerade gezwungen, ihre Bestände zu verkaufen – also in den sogenannten Run-off zu gehen. Die Allianz mache da nicht mit, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Allianz Leben, Markus Faulhaber. Und auch andere Unternehmen haben sich schon entsprechend zu Wort gemeldet.

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In einer Stellungnahme zum aktuellen Geschehen auf dem Markt der Lebensversicherung hat der Vorstandsvorsitzende der Allianz Lebensversicherung, Markus Faulhaber, verkündet: „Wir möchten weiter Kunden gewinnen, nicht loswerden.“ Für den Versicherer sei der Run-off-Trend kein Thema.

„Die Allianz hat bereits vor mehr als zehn Jahren begonnen, neue Vorsorgekonzepte anzubieten, die den Bedarf unserer Kunden im Niedrigzinsumfeld konsequent in den Mittelpunkt stellen“, so Faulhaber.

Auch andere Versicherer haben sich derweil zu Wort gemeldet und einen Run-off für sich ausgeschlossen.

Armin Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Nürnberger Versicherung, meint etwa: „Kunden und Makler wählen den Versicherer, dem sie ihre Altersvorsorge anvertrauen, mit großem Bedacht aus – in der Erwartung, dass dieser für sie die bestmögliche Rendite erwirtschaftet. Die Nürnberger Lebensversicherung, die rund 3 Millionen Verträge im Bestand hat, steht zu ihrer Verantwortung gegenüber Kunden und Maklern. Deshalb kommt ein Run-off für sie nicht in Frage.“

Bei der Alten Leipziger heißt es, man halte das Geschäftsmodell der Lebens- beziehungsweise Rentenversicherung trotz Niedrigzinsphase für zukunftsfähig. Man sei davon überzeugt, dass viele Menschen Garantien in Form von Kapitalleistungen oder einer lebenslangen Rente weiterhin schätzten. Die Gesellschaft stehe zu ihren Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden – gerade auch bei langlaufenden Verträgen aus früheren Jahren. „Deshalb wird die Alte Leipziger ihre Lebensversicherungsbestände nicht verkaufen, sondern für ihre Kunden und Vermittler ein zuverlässiger Partner bleiben.“

Auch die R+V und die Talanx haben dem Run-off eine Absage erteilt. Von der Stuttgarter kommt die Stellungnahme: „Wir geben unsere bestehenden Lebensversicherungsverträge nicht ab. Ganz im Gegenteil. Wir wollen unser erfolgreiches Neugeschäft weiter ausbauen“, so Vorstandsvorsitzender Frank Karsten.
Bei langfristigen Altersvorsorgeprodukten mit langen Laufzeiten von bis zu 30 Jahren komme es auf Vertrauen an. Karsten: „Wir stehen zu unseren zugesagten Garantien und tun alles, um unsere Versprechen zu erfüllen."

Die Bayerische führt in einem Facebook-Post aus (gekürzt, das Original-Statement finden Sie hier):

„Wenn wir die Nachrichten dieser Tage lesen, stockt uns der Atem. Da denken Schwergewichte der Branche laut darüber nach, Millionen von Verträgen und Kunden zu verkaufen. Zu verkaufen an Investoren, die mit ihrem Investment höchstmögliche Rendite erwirtschaften wollen. Zu verkaufen an Investoren, die von ihren neuen Kunden sehr weit weg sind – sowohl regional als auch mental.  Nicht die Einstellung von Neugeschäft, sondern der Verkauf des Kundenvertrauens schmerzt uns. Das trifft uns als Branche insgesamt, das wird unsere Partner in den Vertrieben besonders fordern. Und es wird wohl dazu führen, dass in der deutschen Lebensversicherung kein Stein auf dem anderen bleibt.

Auch eine Gesellschaft unseres Hauses – die 1858 gegründete Bayerische Beamten Lebensversicherung a.G. – befindet sich seit geraumer Zeit im Run-off, zumindest zeichnen wir kein Neugeschäft gegen laufende Beiträge, aber selbstverständlich halten wir Rahmenverträge ein und sind weiterhin in verschiedenen Konsortien aktiv. Aber als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit widerspricht es unserem Unternehmen, unsere bestehenden Verträge an Dritte zu verkaufen. Unsere Verpflichtung sehen wir darin, alles zu tun, um das in uns seit fast 160 Jahren gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen.

Trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen haben wir als Bayerische das Wohl des Kollektivs der Versicherten fest im Auge. Wir sind nicht bereit, die Lebensversicherung aufzugeben, wir sehen Chancen für die Idee einer lebenslangen Absicherung und für unser Kerngeschäft.“

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