Laut Studie Bürgerversicherung hätte GKV-Beitragserhöhungen zur Folge

Eine Ärztin behandelt einen Patient: Bei der Durchsetzung einer Bürgerversicherung müssten GKV-Versicherte mit Beitragserhöhungen rechnen.
Eine Ärztin behandelt einen Patient: Bei der Durchsetzung einer Bürgerversicherung müssten GKV-Versicherte mit Beitragserhöhungen rechnen. © Getty Images

SPD, Linke und Grüne wollen in Deutschland die Bürgerversicherung etablieren. Eine Idee dahinter: Wenn die Gutverdiener aus der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln, können die Beiträge sinken. Eine aktuelle Studie hat nun aber ergeben, dass eine Bürgerversicherung eher zu Beitragserhöhungen in der GKV führen könnte.

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Eine Bürgerversicherung, wie sie unter anderem die Sozialdemokraten planen, würde laut der aktuellen Studie „Budget Impact Bürgerversicherung“ des Instituts für Mikrodaten-Analyse zu einer Beitragserhöhung führen. 

Die Analysten haben dabei angenommen, dass die Pro-Kopf-Ausgaben von GKV und PKV so vereinheitlicht würden, dass die Gesamteinnahmen und -ausgaben unverändert bleiben. 

Soll das Gesundheitssystem nach dem Wechsel zur Bürgerversicherung nicht schlechter sein als vorher, müssten die Leistungen der gesetzlich Versicherten an die Leistungen der privat Versicherten angeglichen werden. 

Und das bedeutet?

Laut Studie höhere Beiträge. Konkret: Um 1,5 Prozentpunkte höhere Beiträge. Zurzeit liegt der Durchschnittsbeitrag der GKV bei 15,7 Prozent. Nach den Berechnungen wären es dann 17,2 Prozent, berichtet das Ärzteblatt auf Basis der Studie. 

PKV würde profitieren

Privatversicherte würden durch die Bürgerversicherung außerdem stark entlastet, so die Studienautoren. Denn die Altersrückstellungen von rund 210 Milliarden Euro (bis Ende 2017) könnten unternehmensintern einbehalten werden.

Eine nicht ausgabenbudgetneutrale Bürgerversicherung würde die private Krankenversicherung (PKV) zusätzlich entlasten – so sagt es das Institut voraus – das Gesundheitssystem aber belasten, da weniger Finanzmittel zur Verfügung stünden.

Das müsste dann wiederum der Staat über eine Verdreifachung des Bundeszuschusses ausgleichen. Oder er müsste Krankenhäuser, Arztpraxen und Apotheken schließen und Preise für Arzneimittel senken, so die Studienautoren weiter.

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