Jahresverdienste der GKV-Vorstände Oberster KBV-Funktionär verdient mehr als TK-Chef

TK-Chef Jens Baas erhielt 2016 fast 315.000 Euro. Das sind 2,9 Prozent beziehungsweise 9.000 Euro mehr als im Vorjahr.
TK-Chef Jens Baas erhielt 2016 fast 315.000 Euro. Das sind 2,9 Prozent beziehungsweise 9.000 Euro mehr als im Vorjahr. © dpa/picture alliance

Jedes Jahr im März müssen die Top-Manager der Krankenkassen ihre Bezüge veröffentlichen. Spitzenverdiener ist, wie schon 2015, der Chef der Techniker Krankenkasse (TK), Jens Baas. Er verdient 315.000 Euro, gut 9.000 Euro mehr als im Vorjahr. Der Top-Verdiener im gesetzlichen Gesundheitssystem ist aber kein Krankenkassenchef, sondern der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

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Was verdienen die Vorstandsmitglieder der Krankenkassen? Diese Frage beantwortet seit zehn Jahren der Bundesanzeiger, in dem die Bezüge der Manager auf Betreiben der damaligen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), veröffentlicht werden müssen.

Nun ist es wieder soweit: Die Zahlen für 2016 zeigen, dass der Marktführer unter den Kassen – die Techniker Krankenkasse (TK) mit 9,8 Millionen Versicherten – erneut den bestbezahlten Chef stellen. Jens Baas erhielt demnach fast 315.000 Euro. Das sind 2,9 Prozent beziehungsweise 9.000 Euro mehr als im Vorjahr. Auf Platz zwei folgt Barmer-Chef Christoph Straub mit einem Verdienst von 280.000 Euro, gefolgt vom früheren Chef der DAK-Gesundheit, Herbert Rebscher. Er bekam in seinem letzten Amtsjahr vor Eintritt in den Ruhestand knapp 265.000 Euro, gut 14.000 Euro oder knapp sechs Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet.

Diese Reihenfolge folgt einer gewissen Logik. So soll der Verdienst der GKV-Bosse im Verhältnis zur jeweiligen Versichertenzahl stehen. „Und daran halten sich die Krankenkassen weitgehend auch“, schreibt die SZ – und verweist darauf, dass die Entlohnung der Kassen-Manager „deutlich unter den Bezügen von Top-Managern bei privaten Krankenversicherern liegen dürfte“.

KBV-Chef Gassen verdient am meisten

Das liegt unter anderem daran, dass sich die sowohl Kassen als auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als Körperschaften öffentlichen Rechts an die gesetzlich vorgeschriebenen „Haushaltsgrundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit“ zu richten haben. Gleichwohl sei für einen Krankenkassen-Vorstand ein Gehalt nötig, das „nach den Bedingungen des Marktes angeboten werden muss, um qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu halten“.

„Der Top-Verdiener innerhalb des gesetzlichen Gesundheitssystems ist aber kein Krankenkassenchef, sondern der oberste Funktionär der Kassenärzte“, berichtet die SZ. Demnach bezog Andreas Gassen als Vorstandschef der KBV eine Grundvergütung von jährlich rund 344.260 Euro, das sind etwa 8.000 Euro oder 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr, rechnet die Zeitung vor.

Hinzu kam laut Bericht ein variabler Teil von gut 30.000 Euro, mit dem Gassens Fahrtkosten abgegolten werden. Weitere 30.000 Euro wendete die KBV für die private Altersversorgung ihres Chefs auf.

 

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