Gerichtsverfahren Prozess um Lustreise der Ergo startet im Juni

Das innere Schwimmbecken inmitten der Gellert-Therme in Budapest: Hier fand die Skandal-Party der HMI statt.
Das innere Schwimmbecken inmitten der Gellert-Therme in Budapest: Hier fand die Skandal-Party der HMI statt. © dpa/picture alliance

Es ist ein dunkler Fleck in der Unternehmensgeschichte des Ergo-Konzerns: Die Lustreise der Vertriebstochter HMI in die Gellert-Therme nach Budapest. Im Juni soll nun der Prozess beginnen.

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Es war ein Skandal, der die gesamte Branche veränderte. 2011 enthüllt das Handelsblatt, dass Mitarbeiter der Vertriebsorganisation HMI der Hamburg-Mannheimer in der Gellert-Therme in Budapest eine ausschweifende Sex-Party gefeiert haben.

20 Prostituierte sind vor Ort, um die Vertriebsmitarbeiter zu bespaßen, die Himmelbetten sind aufgebaut, nach jedem Liebesdienst erhalten die Frauen einen Stempel auf dem Unterarm.

Die Lustreise schlägt riesige Wellen. Der Ergo-Konzern, zu dem die Hamburg-Mannheimer gehört, erleidet einen empfindlichen Image-Schaden und räumt danach ordentlich auf. Auch der Rest der Branche verschreibt sich strengeren Compliance-Regeln und legte Verhaltensregeln für den Vertrieb auf.

Am 14. Juni beginnt nun ein Gerichtsverfahren gegen die Verantwortlichen der Reise. Angeklagt sind ein ehemaliger Vertriebsleiter der Hamburg-Mannheimer und ein freier Versicherungsvertreter, der zugleich Geschäftsführer der Reiseagentur war, die die „Party Total“ organisierte. 52.000 Euro Schaden soll auf ihre Kappe gehen, sie sind wegen Untreue angeklagt. Als Zeuge wird unter anderem Ex-Ergo-Chef Torsten Oletzky erwartet.

Der Prozess soll laut Informationen des Handelsblatts bis Februar 2017 dauern. Eine Chronik des Skandals finden Sie hier.
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