GDV-Statistik zur Berufsunfähigkeit Versicherer bewilligen 77 Prozent aller Anträge

Viele Leistungsanträge in der Berufsunfähigkeit werden abgelehnt, weil sich die Versicherten nicht mehr melden und keinen schriftlichen Antrag stellen.
Viele Leistungsanträge in der Berufsunfähigkeit werden abgelehnt, weil sich die Versicherten nicht mehr melden und keinen schriftlichen Antrag stellen. © GDV

Private Versicherungen zahlen häufiger eine Berufsunfähigkeitsrente aus, als einem Antrag auf Erwerbsminderungs-Rente bei der gesetzlichen Rentenversicherung entsprochen wird. Das geht aus aktuellen Zahlen des Versicherungsverbandes GDV hervor.

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Über 77 Prozent der Leistungsanträge in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) haben die Versicherer im Jahr 2015 stattgegeben. Die Quote blieb damit im Vergleich zu 2014 konstant. Diese Zahlen hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag veröffentlicht.

Die durchschnittliche Leistung aus der Berufsunfähigkeitsrente liegt demnach je Fall bei 7.551 Euro. Darin enthalten sind auch Leistungen bei Berufsunfähigkeit, die als Zusatzversicherung vereinbart wurden – beispielsweise ergänzend zu einer Risikolebensversicherung. Zum Vergleich: In der gesetzlichen Rentenversicherung wird laut GDV nur jedem zweiten Antrag auf Erwerbsminderungs-Rente stattgegeben.

Wird ein Antrag abgelehnt, habe das hauptsächlich drei Gründe, berichtet der GDV. 28 Prozent der Versicherten brechen die Kommunikation mit dem Versicherer ab. 26 Prozent erreichen den vereinbarten BU-Grad nicht. Und 24 Prozent stellen keinen schriftlichen Antrag. Weitere 7 Prozent sind der vorvertraglichen Anzeigepflicht nicht nachgekommen, ein Gutachten beauftragen die Versicherer in knapp sechs Prozent aller Fälle. In rund 60 Prozent dieser Fälle führt das Gutachten nach Angaben des Verbandes dazu, dass im Sinne der Versicherten entschieden und Leistungen gezahlt werden.

Bis zur Auszahlung vergehen im Schnitt über drei Monate

Der Zeitraum zwischen der Antragstellung und der Bewilligung einer Berufsunfähigkeitsrente variiert von Fall zu Fall. Im Durchschnitt vergehen 111 Tage. Darin enthalten ist unter anderem die Zeit, die der Versicherte für die Antragstellung inklusive der erforderlichen Unterlagen benötigt und die gegebenenfalls weitere Gutachten oder Stellungnahmen in Anspruch nehmen.

Die vorstehenden Daten hat der GDV von Mitgliedsunternehmen erfasst, die zusammen über 80 Prozent des Marktes repräsentieren. Im Berichtsjahr 2016 haben die deutschen Lebensversicherer insgesamt 3,6 Milliarden Euro Kapital- und Rentenleistungen (2015: 3,44 Milliarden Euro) zur Invaliditätsabsicherung aus Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen ausgezahlt.

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