Schäden an einem Haus und Auto durch Sturm „Sabine“ im Februar 2020: Der Klimawandel sorgt für immer heftigere Unwetter. © picture alliance/dpa | Daniel Bockwoldt
  • Von Juliana Demski
  • 26.05.2021 um 13:12
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 01:50 Min

Das Saarland wird von Unwettern nicht verschont – im Gegenteil, im vergangenen Jahr war es erneut am heftigsten von allen 16 Ländern betroffen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Schadenhäufigkeit lag bei rund 55 Meldungen je 1.000 Sachversicherungsverträge – im bundesweiten Vergleich sind es 22 Schadenmeldungen.

Der Klimawandel sorgt für immer häufigere und stärkere Unwetter – auch in Deutschland. 2020 traf es erneut das Saarland besonders heftig: Mit 54,9 Schadenmeldungen je 1.000 Sachversicherungsverträge lag es weit über dem bundesweiten Durchschnitt (22 Meldungen). Das zeigt die aktuelle regionale Naturgefahrenbilanz des Branchenverbands GDV.

Tatsächlich steigerte sich das kleine Bundesland in Sachen Schadenmeldungen sogar um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – so verursachten Sturm, Hagel und weitere Naturgefahren wie Starkregen im Saarland Schäden in Höhe von 43 Millionen Euro. In der GDV-Bilanz enthalten sind Schäden an Häusern und Hausrat, Gewerbe- und Industriebetrieben sowie erstmalig auch Schäden an Kraftfahrzeugen.

Deutschlandweit schlugen Naturgefahren im vergangenen Jahr für die Versicherer mit 1,95 Milliarden Euro zu Buche. Damit lagen sie zwar deutlich unter dem prognostizierten Wert von 3,80 Milliarden Euro. Allein auf die Sachversicherung entfielen dabei jedoch 1,60 Milliarden Euro, davon 300 Millionen Euro für weitere Naturgefahren wie Starkregen oder Hochwasser. Die Kfz-Versicherer leisteten rund 350 Millionen Euro.

Dazu sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen: „2020 war erfreulicherweise ein deutlich unterdurchschnittliches Naturgefahrenjahr. Das lag vor allem daran, dass schwere Hagelereignisse und im Herbst schwere Stürme ausgeblieben sind.“ Die höchsten Schäden habe es in den beiden einwohnerstärksten Bundesländern Nordrhein-Westfalen (422 Millionen Euro) und Bayern (415 Millionen Euro) gegeben. Am niedrigsten waren mit 6 Millionen Euro die Schäden in Bremen.

Unwetter „Sabine“ auf Platz 7 der schwersten Winterstürme

Dabei war es laut dem GDV vor allem der Wintersturm „Sabine“ im Februar 2020, der die Bilanz deutlich nach oben zog. Er allein verursachte Schäden in Höhe von 675 Millionen Euro – und landet damit auf Platz 7 der schwersten Winterstürme in Deutschland seit 2002.  

Allein die Sachversicherer kostete das Unwetter rund 600 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der folgenschwerste Sturm in dieser Schadenstatistik ist „Kyrill“ (2007) mit mehr als 3 Milliarden Euro versicherten Schäden, gefolgt von „Jeanette“ (2002) mit 1,4 Milliarden Euro sowie „Friederike“ (2018) mit 1,15 Milliarden Euro. „Das hat erneut gezeigt, dass ein einziger Sturm mehr als ein Drittel des Gesamtschadens verursachen kann“, kommentiert Asmussen die Zahlen.

autorAutorin
Juliana

Juliana Demski

Juliana Demski ist seit 2021 Junior-Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört sie seit 2016 an.

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

smiley-icon

achtung: Sie nutzen einen veraltete Version des Internet Explorer und daher kann es eventuell zu fehlerhaften Darstellungen kommen. Wir empfehlen den Internet Explorer zu aktualisieren oder Google Chrome zu nutzen.

verstanden!