Insurtechs gelten als „the next big thing“ im Versicherungswesen. Laut CBInsights sind hier die weltweiten Investitionen im vergangenen Jahrzehnt um das Siebenfache gestiegen. Wurden zwischen 2011 und 2013 noch rund 250 Millionen US-Dollar pro Jahr investiert, lag der jährliche Betrag zwischen 2014 und 2016 schon bei 1,7 Milliarden US-Dollar.

Kein Mangel an Seed-Finanzierung

Auch in Deutschland möchten die Investoren diesen wichtigen Trend nicht verpassen. Ihr Fokus liegt dabei hauptsächlich auf den frühen Unternehmensphasen, in denen relativ geringe Start-Investitionen ausreichen. Vor allem sogenannte Business Angels unterstützen Insurtech-Gründer mit ihrem Know-how, ihren Kontakten – und natürlich ihrem Geld. Sie steigen in einer frühen Phase ein und investieren in der Regel pro Person zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Beträge bis zu einer halben Million Euro lassen sich so für die Start-ups relativ gut einsammeln. Das reicht für einen ersten Anschub, die sogenannte Seed-Finanzierung. Zwar tummeln sich in der Szene einige sogenannte Super Angels, die als erfolgreiche Unternehmer bereit sind, auch größere Summen in Start-ups zu stecken. Hohe einstellige oder gar zweistellige Millionenbeträge investieren aber auch sie nicht.

Deutsche Insurtechs sind unterfinanziert

Viele Insurtechs, die bereits seit einigen Jahren im Markt aktiv sind, benötigen aber jetzt genau solche großen Summen, um tatsächlich weiterzukommen. Doch die Venture-Capital-Investoren, die nach den Business Angels einsteigen und größere Finanzierungsrunden machen könnten, zögern. Das bestätigt unsere aktuelle Untersuchung: Gerade deutsche Venture-Capital-Investoren sind grundsätzlich vorsichtiger geworden. Ein Grund: Die meisten der ersten Insurtech-Investments haben sich nicht so schnell entwickelt wie erwartet – die schnelle Disruption ließ auf sich warten.