Erstes Rating von Franke und Bornberg Cyberversicherungen haben noch viel Luft nach oben

Tarife mit der Bestnote (FFF+) bei den Cyberversicherungen für Gewerbekunden gibt es laut dem ersten Rating von Franke und Bornberg noch nicht.
Tarife mit der Bestnote (FFF+) bei den Cyberversicherungen für Gewerbekunden gibt es laut dem ersten Rating von Franke und Bornberg noch nicht. © Franke und Bornberg

Die aktuell am Markt erhältlichen Cyberversicherungen für Gewerbekunden sind noch sehr verbesserungswürdig. So lautet das Fazit des Analysehauses Franke und Bornberg, das die noch junge Versicherungssparte erstmals einem Rating unterzogen hat. Die Höchstnote taucht darin nicht auf.

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Aller Anfang ist offenbar schwer: Die Höchstnote im ersten Franke und Bornberg-Rating der Cyberversicherungen für Gewerbekunden hat kein Tarif erhalten – gleiches gilt für die zweitbeste Note.

35 Tarife und Bausteinlösungen von 28 Anbietern haben die Analysten untersucht. Ergebnis: nur vier Produkte konnten die drittbeste Note (FF+) erzielen. Und zwar: AIG CyberEdge 3.0, HDI Cyberversicherung für Firmen und Freie Berufe, Hiscox CyberClear sowie Markel Pro Cyber.

„Wir beobachten deutliche Unterschiede in Aufbau und Umfang der Cyber-Bedingungen“, konstatiert Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg. „Vom großen Komplettpaket über Baukastensysteme bis hin zu eng gefassten Kern-Deckungen ist alles vertreten. Was der eine Versicherer über eine Rechtsschutzversicherung löst, die an den Cyber-Hauptvertrag angedockt wird, webt der andere in Cyber-Drittschadendeckung und Krisen-Dienstleistungen ein.“ Die Konsequenzen für Versicherungsfall, Entschädigung und das Verhältnis zu anderen Versicherungsverträgen können laut Franke „gravierend“ sein.

Von Standards könne noch keine Rede sein. Das zeige sich zum Beispiel bei den „versicherten Gefahren“. Versicherer verwenden dafür ganz unterschiedlichste Begriffe, die sie mehr oder weniger klar definieren, etwa „Netzwerksicherheitsverletzung“, „IT-Sicherheitsverletzung“ oder „Hacker-Angriff“. Zwar würde damit ein ähnlicher Zustand beschrieben, doch im Detail gebe es große Unterschiede – mit unabsehbaren Konsequenzen für Vermittler und Kunden, wie die Analysten zu bedenken geben.

Fallstricke für Vermittler

Außerdem sei bei der Analyse der Angebote aufgefallen, dass Vermittler und generell Finanzdienstleister es schwer hätten, sich selbst gegen Cyber-Risiken abzusichern. Sie gelten laut Franke und Bornberg offenbar als gefahrenträchtig. Das sei für den Vertrieb von Cyber-Produkten nicht unbedingt positiv.

Dabei stelle die Cyberversicherung an sich den Vermittler bereits vor eine anspruchsvolle Herausforderung. So müsse das Geschäftsmodell des Kunden (und nicht die Betriebsart) verstanden und berücksichtigt werden. Nur so könne das tatsächliche Risiko beurteilt werden.

Ausblick

Für die Zukunft zeigt sich Franke allerdings optimistisch:

„Ich bin zuversichtlich, dass sich in der Branche, auch mit unserer Hilfe, einheitliche Begrifflichkeiten für versicherte Gefahren und Leistungen etablieren können. Das Bedingungswerk des GDV schafft eine gute Grundlage, lässt aber an einigen Stellen noch die gebotene Präzision und Trennschärfe vermissen.“

Spannend werde noch sein, ob sich die Cyberversicherung als Ergänzung der klassischen Produktpalette im Markt etabliert oder ob sie den angestammten Sparten nach und nach das Wasser abgräbt. Dann könne zum Beispiel eine Betriebshaftpflichtversicherung zum Annex einer Cyberversicherung werden. In jedem Fall seien Transparenz und Fairness gefragt, so Franke.

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