In der Raststätte Hochfelln-Nord an der Autobahn A8 bei Bergen können sich Reisende auf das Corona-Virus testen lassen. © picture alliance / Ernst Wukits / EXPA / picturedesk.com
  • Von Karen Schmidt
  • 03.08.2020 um 18:06
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Die sprichwörtliche „German Angst“ hat sich während der Corona-Pandemie verschlimmert. 60 Prozent der Bürger geben in einer Umfrage an, dass sich ihr Risikoempfinden aufgrund des Virus verändert habe. Andere Gefahren wie das Risiko, nicht mehr arbeiten zu können, unterschätzen die Befragten aber nach wie vor.

60 Prozent der Deutschen sagen, ihr Risikoempfinden habe sich aufgrund der Corona-Pandemie verändert. Mehr als jeder zweite Bürger rechnet damit, dass Infektionsrisiken das Leben in den nächsten Jahren verstärkt mitbestimmen werden. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschers Yougov im Auftrag des digitalen Versicherungsmanagers Clark unter 1.021 Personen.

63 Prozent der Befragten nehmen weiter an, dass der wirtschaftliche Abschwung anhält, verbunden mit dem Risiko von Arbeitslosigkeit. Auch mit einem wachsenden gesellschaftlichen Ungleichgewicht (53 Prozent), politischer Unsicherheit (39 Prozent) und steigender Kriminalität (37 Prozent) rechnen die Befragten 2020 in diesem und in den kommenden Jahren.

„Risiken, die Einfluss auf nationaler Ebene haben, erscheinen vielen Menschen erst einmal zu abstrakt, um sich davor individuell schützen zu können“, sagen die Clark-Versicherungsexperten. Durchschnittlich geben 18 Prozent der Studienteilnehmer an, sich nicht gegen die abgefragten Risiken schützen zu wollen. Bei den über 55-Jährigen sind es 24 Prozent. „Aber natürlich gibt es auch Möglichkeiten, um sich persönlich beispielsweise gegen verschiedene Symptome einer steigenden Kriminalität über eine Hausrat- oder Rechtsschutzversicherung abzusichern“, heißt es bei Clark weiter.

Bei der Frage nach der Bewertung von Risiken im „persönlichen Nahbereich“ sind die Deutschen dagegen sorgloser: So sehen nur 8 Prozent der Befragten ein sehr hohes oder eher hohes Risiko dafür, dass sie das Eigentum Dritter beschädigen könnten. Auch bei der Berufsunfähigkeit sind es nur 15 Prozent.

„Die Psychologie lehrt uns, dass Menschen Risiken unterschätzen, die sie meinen selbst kontrollieren zu können“, so die Clark-Versicherungsexperten. „Das beste Beispiel dafür ist die Berufsunfähigkeit: Jeder Vierte in Deutschland wird statistisch gesehen im Laufe seines Lebens berufsunfähig. Laut unserer Studie gehen jedoch 40 Prozent der Befragten davon aus, dass dieses Risiko für sie persönlich gering bis sehr gering ist.“

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Karen Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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