Beim Thema Rente Wirtschaftsweise kritisieren Reform-Faulheit der Bundesregierung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt am 2. November 2016 in Berlin das Gutachten der Wirtschaftsweisen vom Vorsitzenden Christoph M. Schmidt entgegen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt am 2. November 2016 in Berlin das Gutachten der Wirtschaftsweisen vom Vorsitzenden Christoph M. Schmidt entgegen. © dpa/picture alliance

Die Wirtschaftsweisen haben am Mittwoch in Berlin ihr Jahresgutachten vorgestellt. Darin fordern sie unter anderem, das Renteneintrittsalter auf 71 Jahre hochzusetzen. Außerdem kritisieren sie die Bundesregierung scharf. Man habe sich auf den Reformen der vergangenen Jahre ausgeruht, werfen die Experten Merkel & Co. vor. Was die Bundeskanzlerin zu dem Vorwurf sagt, lesen Sie hier.

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In ihrem Jahresgutachten schlagen die Wirtschaftsweisen vor, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln. Laut Berechnungen der Experten hieße das bei einer Lebenserwartung von 88 Jahren bei Männern und 91 Jahren bei Frauen im Jahr 2080, dass man bis 71 arbeiten müsste.

Der Schritt sei nötig, um den Beitragssatz nach 2030 einigermaßen stabil zu halten. Die Rente mit 71 Jahren würde 2080 ein Rentenniveau von 42,1 Prozent und ein Beitragssatz von 23,9 Prozent zur Folge haben.



Recht scharf attackierten die Wirtschaftsweisen die Bundesregierung. Sie habe sich auf Erfolgen früherer Reformen ausgeruht und sie zum Teil sogar verwässert. Die Regierung müsse nun notwendige Reformen entschlossen umsetzen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) antwortete laut des Portals T-Online folgendermaßen auf die Kritik: „Für uns ist immer Zeit für Reformen.“ Die Beurteilung derselben sei aber bei Politikern und Ökonomen oft einfach unterschiedlich.

„Krude, wirtschaftlich schädlich und sozial ungerecht“

Kritik an den Vorschlägen der Wirtschaftsweisen wiederum kam unter anderem aus dem Bundesarbeitsministerium von Andres Nahles. Für ein höheres Rentenalter seien Lebensumstände, Gesundheitszustände und die persönlichen Planungen zu unterschiedlich.

Deutlicher sprach Verdi-Chef Frank Bsirske aus, was er von den Vorschlägen der Wirtschaftsweisen hält. Die Vorschläge seien krude, wirtschaftlich schädlich und sozial ungerecht. „Niemand braucht eine Politikberatung, die wirtschaftstheoretisch und wirtschaftspolitisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
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