BdV prüft Solvenzberichte Welche PKV-Anbieter Verbraucherschützer überzeugen

BdV-Chef Axel Kleinlein: Die Verbraucherschützer haben sich die Finanzkraft der deutschen PKV-Anbieter angeguckt.
BdV-Chef Axel Kleinlein: Die Verbraucherschützer haben sich die Finanzkraft der deutschen PKV-Anbieter angeguckt. © BdV

Wie gut sind die privaten Krankenversicherer (PKV) für unruhige Zeiten gerüstet? Der Bund der Versicherten (BdV) wollte es genau wissen und hat die Solvenzberichte der Gesellschaften gesichtet. Welche Anbieter die Verbraucherschützer überzeugt haben – und welche nicht, erfahren Sie hier.

| , aktualisiert am 16.11.2017 10:17  Drucken

BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein und sein Verbraucherschutzbund haben sich mal angeschaut, wie stabil die deutschen PKV-Anbieter aufgestellt sind. Verstärkt wurde das Team von dem Marktkenner Carsten Zielke.

Bahnbrechende Erkenntnisse konnten die Prüfer aus ihrer Lektüre allerdings nicht herausfiltern. „Die Solvenzberichte der PKV-Unternehmen haben ihre größte Stärke in Informationen zu den Kapitalanlagen und der Gewinneinschätzung“, relativiert Kleinlein die Erwartungen.

Die Solvenz selbst sei hingegen „von eher geringerem Interesse, da die Versicherer durch Beitragsanpassungen schnell auf schwierige Situationen reagieren können – und das tun sie ja auch regelmäßig zum Leidwesen der Versicherten“.

Die Solvenzberichte könnten aber helfen, einzuschätzen, wie sich die Beiträge kurzfristig entwickeln werden. Längerfristige Prognosen seien daraus aber nicht ableitbar, findet Zielke.

Das Fazit:

Allgemein befinden die Prüfer, dass die Berichte nur bedingt die Fragen der Verbraucher abbildeten.

„Der Grund dafür liegt unseres Erachtens auf der Hand, denn bei der Entwicklung der Regeln für Solvency II stand das Geschäft der deutschen privaten Krankenversicherer nicht im engen Fokus“, so Kleinlein. „Die deutsche PKV ist im internationalen Vergleich ein echter Exot.“

Analyst Zielke ergänzt:

„Die Solvency-II-Berichte der Krankenversicherer zeigen zudem, wie unterschiedlich die Unternehmen mit dem Thema medizinische Inflation umgehen: mit der Kapitalanlage und Bilanzpuffer dagegen steuern oder den Versicherungsnehmer hauptsächlich das Risiko tragen lassen.“

Auch hätten einige Versicherer – ähnlich wie in der Lebensversicherungssparte – weniger Wert auf Transparenz gelegt als andere. Laut BdV schnitt hier die Hallesche am besten ab. Die Debeka, Central und DKV hingegen überzeugten die Verbraucherschützer in Sachen Transparenz weniger. Hier gäbe es „deutlichen Verbesserungsbedarf“, so die Kritik – man fordere daher die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa dazu auf, bei einer Evaluierung von Solvency II bezüglich der PKV-Unternehmen „stärker die verbraucherrelevanten Problemstellungen zu berücksichtigen“, so BdV-Chef Kleinlein.

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