Eine Neubausiedlung bei Düsseldorf: Für viele Deutsche sind die eigenen vier Wände ein Lebenstraum. © picture alliance/dpa
  • Von Juliana Demski
  • 12.02.2020 um 08:47
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Die Zinsflaute ist ein Paradies für alle, die von den eigenen vier Wänden träumen. Viele unterschätzen dabei aber die laufenden Nebenkosten bei der Finanzierung des neuen Eigenheims. Womit zu rechnen ist, lesen Sie hier.

Viele Deutsche wollen sich wegen der niedrigen Zinsen den Traum von Eigenheim erfüllen. Doch Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baufinanzierungsvermittlers Baufi24.de warnt vor einer überstürzten Entscheidung: „Auch wenn ein Kredit scheinbar günstig ist, so ist und bleibt es dennoch ein Kredit – und die Raten müssen auch in mehreren Jahren noch problemlos zahlbar sein.“

Während beispielsweise in einer Warmmiete für eine Wohnung bereits alles enthalten ist, kommen bei der Eigenheimfinanzierung auch laufende Nebenkosten wie Steuern, Heizung, Wasser und Co. noch obendrauf. Und damit nicht genug: „Auch wenn Eigentümer alle monatlichen Kosten beglichen haben, sollten sie stets einen Puffer einplanen. Schließlich kann es immer mal passieren, dass die Waschmaschine kaputt geht oder unerwartete Reparaturen an der Immobilie durchgeführt werden müssen“, sagt Scharfenorth.

Der Rat des Experten: jeden Monat einen kleinen Betrag zur Seite legen. Über die Jahre kommt so ein Puffer zustande, der im Notfall finanzielle Schwierigkeiten verhindert. Ebenso sollten künftige Eigentümer vor dem Kauf der eigenen Immobilie einen Kassensturz machen.

Wichtigste Frage: Was kann ich mir wirklich leisten?

„Empfehlenswert ist es für eine bestimmte Zeit ein Haushaltsbuch mit allen Ausgaben zu führen. So bekommt man schnell ein Gespür dafür, wie viel Geld die Immobilie tatsächlich jeden Monat kosten darf, ohne in den nächsten Jahrzehnten auf Urlaube oder gar Geburtstagsgeschenke verzichten zu müssen“, so Scharfenorth.

Aber nicht nur bei den laufenden Kosten sei ein Puffer von Vorteil. Auch bei der Kalkulation der Finanzierung gelte es zu bedenken, dass am besten mindestens 20 Prozent des Gesamtkaufpreises als Eigenkapital vorhanden sein sollten. Hinzu kommen noch die Nebenkosten beim Hauskauf – wie beispielsweise Notarkosten, Maklerprovision oder die Grunderwerbssteuer, welche bis zu 15 Prozent ausmachen. Diese würden im Idealfall ebenfalls aus eigener Tasche bezahlt.

Stadtvilla auch bei günstigen Zinsen nicht unbedingt finanzierbar

„Diese Rechnung sollten alle Bauherren unbedingt mit ihren individuellen Rahmenbedingungen durchführen. Denn so wird schnell deutlich, dass trotz einer sehr günstigen Zinslage mit einem durchschnittlichen Einkommen die Finanzierung einer großzügigen Stadtvilla nicht realistisch ist“, weiß der Experte.

Auch spielten der Wert der Immobilie und die Höhe des Darlehens nicht nur zu Beginn der Finanzierung eine Rolle. Wenn Eigentümer gerade so die monatlichen Raten begleichen könnten, dürften sie das Ende der Zinsbindung nach 10 oder 15 Jahren nicht außer Acht lassen. Denn zu dem Zeitpunkt hätten sich häufig nicht nur die eigenen Umstände, beispielsweise durch Nachwuchs und den Wegfall eines Einkommens, verändert. Auch das Zinsniveau lasse sich nicht vorhersagen. Scharfenorth: „Bauherren sollten zu Beginn der Planung viele potenzielle Szenarien durchspielen und nur dann den Traum vom Eigenheim verwirklichen, wenn es zu den eigenen finanziellen Möglichkeiten passt.“

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Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

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