„Wie erwartet hat die laufende Verzinsung 2017 einen neuerlichen historischen Tiefstand erreicht“, sagte Reiner Will, Geschäftsführer der Rating-Agentur Assekurata. Zum 15. Mal haben die Analysten ihre Marktstudie zur Überschussbeteiligung in der Lebensversicherung vorgelegt. Und die Zahlen sind nicht dolle.



So gewähren die Unternehmen in der klassischen privaten Rentenversicherung im Schnitt eine laufende Verzinsung in Höhe von 2,61 Prozent (2016: 2,86 Prozent). Die höchste laufende Verzinsung gibt es danach momentan bei der Neuen Bayerischen Beamten Lebensversicherung und der Deutschen Ärzteversicherung mit jeweils 3,05 Prozent.

Assekurata hat dabei nur Neugeschäftstarife verglichen, die mit dem Höchstrechnungszins von 0,9 Prozent kalkuliert sind – bei 34 Unternehmen ist das der Fall. „Das Angebot in der klassischen Rentenversicherung mit Höchstrechnungszins ist damit deutlich geringer als in früheren Studien“, so Will.

Gegenüber dem Neugeschäft liegt die laufende Verzinsung in den Beständen für die Rechnungszinsgenerationen 1,25 bis 2,25 Prozent durchschnittlich noch niedriger. „Dies ist den relativ geringen  Bestandsdeklarationen von Lebensversicherern geschuldet, die sich aus dem klassischen Neugeschäft bereits zurückgezogen haben“, so Will. Über alle analysierten Produktarten und Tarifgenerationen sinkt die laufende Verzinsung im Marktdurchschnitt um 0,23 Prozentpunkte auf 2,88 Prozent.

Abschied von den Klassikern

Viele Gesellschaften setzen den Fokus auf neue Produkte. Ein richtiger Marktstandard habe sich dabei noch nicht herauskristallisiert, heißt es in der Studie. Abgespeckte Garantien irgendeiner Art seien dabei aber der Lieblings-Stellhebel, den die Produktmanager nutzen. Das decke sich wiederum mit den Verbraucherinteressen.

Nicht wenige Lebensversicherer setzen auf das Geschäftsfeld der Neuen Klassik, das Assekurata nunmehr zum dritten Mal in der Marktstudie beleuchtet. An dieser Erhebung haben in diesem Jahr 25 Anbieter (Vorjahr: 20) mit einem Marktanteil von 47,27 Prozent teilgenommen.