Assekurata Überschussstudie 2016 Rendite von klassischen Policen fällt auf historisches Tief

Zwei ältere Damen beim Spaziergang.
Zwei ältere Damen beim Spaziergang. © Getty Images

Die Rating-Agentur Assekurata hat ihre jährliche Analyse zur Gewinnbeteiligung deutscher Lebensversicherer vorgelegt. Ergebnis: Klassische Policen haben einen Tiefststand erreicht, was ihre Rendite angeht.

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62 Unternehmen haben dieses Mal an der Überschussstudie der Rating-Agentur Assekurata teilgenommen. Das entspricht einem Marktanteil von 85,7 Prozent (Vorjahr: 88,9 Prozent). „Wie von nahezu allen Marktteilnehmern erwartet, hat die laufende Verzinsung 2016 einen neuerlichen historischen Tiefststand erreicht“, sagt Assekurata-Chef Reiner Will. In der privaten Rentenversicherung erhalten Kunden  im Schnitt eine laufende Verzinsung in Höhe von 2,86 Prozent gewährt. Gegenüber 2015 ging die Deklaration somit um 30 Basispunkte zurück (3,16 Prozent). Die höchste laufende Verzinsung liegt bei 3,70 Prozent.

Fast alle Versicherer, nämlich 55 von den 59 betrachteten, haben die Überschussbeteiligung gesenkt. Die übrigen vier Unternehmen änderten nichts.

Marktdurchschnitt nur noch knapp über 3 Prozent

Über alle analysierten Produktarten und Tarifgenerationen sinkt die laufende Verzinsung im Marktdurchschnitt um 0,21 Prozentpunkte auf 3,11 Prozent (arithmetisches Mittel) beziehungsweise um 0,19 Prozentpunkte auf 3,17 Prozent (gewichtetes Mittel).

Weil in diesem Marktumfeld Produkte der „Neuen Klassik“ immer mehr an Bedeutung gewinnen, hat Assekurata zum zweiten Mal in Folge auch diese Produkte bewertet. An der Untersuchung haben 20 Anbieter mit einem Marktanteil von 46,31 Prozent teilgenommen. Darüber hinaus haben sechs Gesellschaften angekündigt, in den kommenden Monaten ein neues klassisches Produkt einführen zu wollen.



Blick auf die Garantie-Elemente

Zunächst hat Assekurata sich dabei die enthaltenen Garantien angeschaut. „Die gemeinsame Klammer über alle Tarife bildet eine garantierte lebenslange Mindestrente“, so Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse der Assekurata. „Dieses prägende Alleinstellungsmerkmal der Lebensversicherung ist somit auch in den neuen klassischen Produkten enthalten. Viele Tarife sehen allerdings vor, bei der Berechnung der endgültigen Höhe der Rentenzahlung die künftigen, bei Rentenbeginn gültigen Rechnungsgrundlagen zu verwenden.“

Die Zinsen gesenkt haben die Versicherer aber auch bei diesen Produkten. Für 2016 liegt die laufende Verzinsung der hier betrachteten Tarife im arithmetischen Mittel bei 2,84 Prozent (Vorjahr: 3,15 Prozent). Vergleicht man die laufende Deklaration unternehmensindividuell mit der jeweiligen klassischen Police der betrachteten Anbieter, so liegt die Überschussbeteiligung der Neuen Klassik im Durchschnitt höher als in der Klassik, wo die jeweiligen Produkte einen laufenden Zins von 2,77 Prozent erhalten.

Renditevorteil der Neuen Klassik

„Der Renditevorteil der Neuen Klassik infolge der reduzierten Garantien zeigt insbesondere bei der Gesamtverzinsung seine Wirkung“, sagt Heermann. Gegenüber der Klassik (3,56 Prozent) deklarieren die betrachteten Lebensversicherer im Schnitt eine Gesamtverzinsung inklusive der sonstigen Gewinnanteile von 3,71 Prozent (Vorjahr: 3,76 Prozent).

Die kalkulatorische Kostenbelastung, gemessen an den Effektivkosten, fällt in der Neuen Klassik mit durchschnittlich 1,06 Prozentpunkten aber höher aus als bei klassischen Rentenversicherungen (0,82 Prozentpunkte).
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