Ärzte sprechen sich gegen die Bürgerversicherung aus

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Heute ist in Hannover der 116. Deutsche Ärztetag gestartet, das jährliche Großevent der Bundesärztekammer (BÄK). Eine Forderung: Am Nebeneinander von gesetzlichen Kassen und Privatversicherern soll nicht gerüttelt werden. Geradezu revolutionär sind die Vorschläge zur künftigen Gestaltung der GKV-Beiträge.

Die Beitragsbemessungsgrenze soll ersatzlos gestrichen werden. Stattdessen sollen die Versicherten einen „Gesundheitsbeitrag“ zahlen, egal wie viel sie verdienen. Jede Kasse würde selbst entscheiden, wie tief ihre Mitglieder ins Portemonnaie greifen müssen. In einem Interview mit dem "Ärzteblatt" geht BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery von einer Spanne zwischen 135 und 170 Euro monatlich aus. Der Wettbewerb zwischen den Kassen dürfte hierdurch kräftigen Rückenwind bekommen. Die Arbeitgeber müssten 7,3 Prozent des jeweiligen Einkommens obendrauf legen.

Die Ärztekammer fordert zudem einen umgestalteten Gesundheitsfonds. Hineinfließen sollen die Beiträge der Arbeitgeber und der Rentenversicherung sowie der Bundeszuschuss. Damit sollen die Ausgaben für minderjährige Kinder, Menschen in Elternteilzeit und pflegende Familienangehörige bestritten werden. Und Zuschüsse für Geringverdiener, bei denen der von der Kasse festgelegte „Gesundheitsbeitrag“ 9 Prozent des Haushaltseinkommens übersteigt.

Damit die Kosten angesichts der demografischen Entwicklung nicht aus dem Ruder laufen, würde für die Kinder ein Gesundheitssparkonto angelegt. Das Geld dafür käme von den Steuerzahlern.

Pfefferminzia HIGHNOON