GDV lässt Versicherungsbedingungen in Alltagssprache übersetzen

Das hier sind zwar die Hände der Bundeskanzlerin. Aber nicht nur Angela Merkel – sondern auch alle Verbraucher – wollen verstehen, was sie unterschreiben
Das hier sind zwar die Hände der Bundeskanzlerin. Aber nicht nur Angela Merkel – sondern auch alle Verbraucher – wollen verstehen, was sie unterschreiben

Verbraucher kämpfen regelmäßig mit der komplizierten Sprache von Versicherungsverträgen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat sich dem Problem jetzt angenommen und lässt die Versicherungsbedingungen von Sprachforschern übersetzen.

| , aktualisiert am 12.11.2014 09:05  Drucken

Im Auftrag des Versicherungsverbands GDV überträgt Sprachwissenschaftler Günther Zimmermann einen Teil der unverbindlichen Versicherungsbedingungen in klar verständliches Deutsch. Unter anderem sind die Musterbedingungen für Lebens- und Rentenversicherungen, private Unfallpolicen sowie Rechtsschutz- und Haftpflichtversicherungen bereits fertig gestellt.

Deutschen Versicherern stehen inzwischen 29 neu gestaltete Versicherungsbedingungen zur Verfügung. Derzeit überarbeitet Zimmermann die Musterbedingungen der Schaden- und Unfallversicherungen für Privatkunden.

Mit seiner Initiative will der GDV Versicherungsverträge für Verbraucher verständlicher und lesbarer machen. Zudem sollen Produkte durchsichtiger werden. Der Verband betont aber auch, Zimmermann habe im Übersetzungsprozess darauf geachtet, dass die Rechtssicherheit der Verträge nicht gefährdet wird.

Damit Verbraucher ihre Verträge verstehen, haben die Autoren Sätze gekürzt, weniger Fachbegriffe verwendet und auf Passiv- und Nominalstil verzichtet. Auch das Layout der Texte haben die Sprachforscher angepasst. Klar formulierte Einleitung und konkrete Beispiele sollen dem Versicherten außerdem die komplexen Inhalte näher bringen.

Versicherungsunternehmen finden die neuen Vertragsbedingungen auf der Webseite des GDV. Die Verwendung ist jedoch unverbindlich.

Günther Zimmermann war an der Universität Gießen und an der TU Braunschweig Professor für Französische Sprache und Literatur. Seit 1990 berät er Wirtschaftsunternehmen. Seit 2004 ist er Inhaber der Beratungsfirma Lingua.

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