Lernen, lernen, lernen: Versicherungsvermittler müssen sich im Jahr mindestens 15 Stunden lang weiterbilden. © Technologie Foto erstellt von freepik - de.freepik.com
  • Von Lorenz Klein
  • 22.11.2019 um 10:43
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Was nichts kostet, ist nichts wert, sagt der Volksmund. Doch Weiterbildungsangebote, für die Vermittler bezahlen müssen, haben häufig einen schweren Stand. Wird sich das bald ändern?

Aus Sicht von Katharina Höhn, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Berufsbildungswerks der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV), gibt es in Vermittlerkreisen keine „Geiz ist geil“-Mentalität. „Ein professioneller Vermittler/Makler entscheidet sich für eine Weiterbildungsmaßnahme, wenn sie seinem Informations- und Bildungsbedarf entgegenkommt. Ein solcher Vermittler wird nicht wegen eines freien Mittagsimbisses Zeit in eine Veranstaltung investieren, die ihm keinen Nutzen verspricht.“

Auch Experte Kuckertz hebt den Investmentgedanken hervor. „Zeitinvest und der gewünschte Schulungseffekt sollten in einem guten Verhältnis stehen“, betont er. Dazu ist es wichtig, der eigenen Arbeitszeit einen konkreten Wert beizumessen. „Setzt der Vermittler für sich einen Stundensatz von 100 Euro an, dann liegt das Investment für eine sechsstündige Veranstaltung mit Reisezeit bei circa 900 Euro“, rechnet Kuckertz vor – und die echten Reisekosten seien da noch gar nicht berücksichtigt. „900 Euro zu investieren und keinen Effekt zu erzielen wäre eine klassische Fehlentscheidung.“ Kurzum: Der Makler sollte nach dem Gegenwert der Investition entscheiden, betont der Bildungsexperte. Der Preis spiele hier eine „deutlich untergeordnete Rolle“.

Rechtsthemen sind beliebt

Nun gut, aber welche Inhalte müssten kostenpflichtige Angebote denn mitbringen, um im Markt akzeptiert zu werden? „Aktuell sehen wir, dass Makler am häufigsten versicherungsfachliche Inhalte nachfragen und ihre Beratungskompetenz in der gesamten Breite der Sparten ausbauen, einschließlich Gewerbe“, sagt BWV-Managerin Höhn. So seien etwa bei der Deutschen Maklerakademie aktuelle Rechtsthemen am beliebtesten: Maklerrecht, aktuelle Rechtsprechung in den Sparten, Datenschutzrecht sowie alles zur VersVermV. Ein weiteres Feld seien Digitalisierungsthemen wie „Das digitale Büro“. Neben den Inhalten spiele aber auch das Format der Weiterbildung eine immer größere Rolle.

„Wichtiger am Markt wird die zeitliche Flexibilität der Weiterbildungsangebote – möglichst Lernen, wann und wo ich möchte“, betont Höhn. Ein Blick in die Datenbank von „gut bera­ten“ zeigt dann auch, dass bereits jetzt 43 Prozent der Bildungsmaßnahmen im E-Learning-Format bequem von zu Hause aus erfolgen – mit dem angenehmen Nebeneffekt, die Reisekosten auf null drücken zu können.

Interaktives Lernen bei Präsenzveranstaltungen

„Die reine Know-how-Vermittlung und -Auffrischung muss in kleinen Portionen und rund um die Uhr verfügbar sein“, findet Going-Public-Manager Kuckertz – und zwar frei von Reisekosten, mithilfe von „Lernprogrammen mit intelligenter Steuerung“. Der zweite Trend betreffe Präsenzveranstaltungen. „Diese müssen mit einem echten Erleben verbunden sein“, sagt Kuckertz. „Es muss durch die Themenwahl und durch ein stark interaktives Lernformat eine intensive Erfahrung beim Makler erzeugt werden. Er sollte spüren, wie diese Erfahrung in seiner täglichen Praxis weiterwirkt und wie sie ihn in seinem Job voranbringt.“

Perspectivum-Chef und Coaching-Experte Körwer geht davon aus, dass sich kostenpflichtige Bildungsmaßnahmen in Zukunft durchsetzen werden, „denn der Vermittler wird in Zukunft deutlich mehr brauchen als nur Produkt- und Tarifwissen“, so Körwer. „Dafür werden seine Kunden sorgen“, fügt er noch hinzu.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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