Michael Hüther ist Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. © IW
  • Von Karen Schmidt
  • 15.12.2020 um 16:59
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Sollen Impfverweigerer wie die Querdenker bei einer Corona-Erkrankung die Gesundheitskosten selbst zahlen, und aus dem Solidarprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung herausfallen? Diesen Vorschlag müsse man prüfen, schreibt Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, in einem aktuellen Gastkommentar.

Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, wirft in einem Gastkommentar für das „Handelsblatt“ die Frage auf, ob Impf-Verweigerer bei einer Corona-Erkrankungen ihren Versicherungsschutz verlieren sollten.

Aber von vorn: Konkret geht es Hüther um die sogenannten Querdenker, die nicht nur den Anspruch hätten, „unzweifelhaft recht zu haben“ oder bereit seien, „sich selbst besonderen Risiken auszusetzen“. Das Bedenkliche an dieser Bewegung sei vielmehr „die willentliche Inkaufnahme der Schädigung anderer“, schreibt Hüther. Und er stellt alsdann die Frage, wie sich „diese negativen externen Effekte internalisieren“ ließen.

Ein Vorschlag sei es daher, zu prüfen, „ob Impfverweigerer (ohne medizinische Indikation) wegen der aus ihrem Verhalten resultierenden externen Effekte dadurch sanktioniert werden können, dass bei ihnen kein Versicherungsschutz im Falle einer Covid-19-Erkrankung besteht“. Die subjektiv empfundene Eintrittswahrscheinlichkeit sei für die Querdenker niedrig – da sie das Risiko des Corona-Virus ja eher verharmlosen – der finanzielle Schaden bei Eintritt sei aber groß, so Hützer, „was Anreizwirkungen haben sollte“, so der IW-Direktor weiter.

Die Impfgegner würden durch diesen Schritt nicht aus dem Gesundheitsschutz an sich herausgenommen, aber eben aus der solidarischen Finanzierung. Hüther weiter: „Natürlich, das geht erst einmal nur in der gesetzlichen Krankenversicherung. Und ja, es ist eine teilweise Abkehr des Solidarprinzips. Dem steht aber das Schutzinteresse der Solidargemeinschaft vor übergebührlicher Inanspruchnahme entgegen.“ Hüther betont, dass die diese Debatte verdeutliche „wie sehr uns die Pandemie in ethische Dilemmata führt“. In schwierigen Zeiten seien unangenehme Fragen aber erlaubt.

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Karen

Karen Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

kommentare
Ditmar Gall
Vor 6 Monaten

Soviel geballten Unsinn habe ich noch nicht gehört.
Ich bin 61 Jahre, habe für den Umbruch in der DDR gekämpft, war IM beobachtet und meine Fragen auf eine Isolat und wissenschaftliche Beweisführung werden nicht beantwortet, warum ich das Laborergebnis eines Testes über die Anzahl der Seqentierung nicht erhalte, warum das DIVI Intensivregister für S-H lediglich 26 „Corona Intensivbelegung“ 80% der immer noch abbauenden Intensivbetten ausweist…Sie wollen mich zwingen die Kosten einer schweren Influenza selber zu tragen? Eines muß man den Querdenkern und sogenannten Verschwörungstheoretiker lassen: sie haben den Werdegang und den noch zukünfigen Werdegang voraus gesagt. Ich sehe eher andere Kräfte als Verschwörungstheoretiker!

Marie Massa
Vor 6 Monaten

Es muss weiterhin freie Wahl bleiben, wie man seine Gesundheit erhalten möchte. Wer impfen verweigert, weil er Angst vor Impfschäden hat, bei deren Auftreten die Schulmedizin deren Besteheb schlicht leugnet und keine Hilfe dafüe hat, handelt nicht verantwortungslos, sondern verantwortungsvoll. Wer andere aus einem Sozialsystem ausschließen will, nur weil er sich gesellachaftlichen Gefahren nicht aussetzen will, ist nicht sozial, um so weniger dieser andere anschuldigt, asozial zu sein, nur weil sie beispielsweise dem Impfen gegenüber kritisch sind und ihre persönliche Entscheidungsfreiheit über ihre Gesundheit und die ihrer Familie wahren wollen. Zwischen Impffanatikern und sogenannten Verschwörungstheoretikern gibt es hinterfragende Menschen, die schlicht weiterhin eine eigene Meinung behalten möchten. Schwarz weiß Malerei hat bisher immer in diktatorische Zustände geführt, in die wir niemals mehr wieder hineinsollten. Solange es keine rationalen Beweise gibt, dass die corona-impfung hilft und wirklich keine impfschäden verursacht, sollte niemand dem anderen Vorschriften machen und auch danach nicht, denn wir alle sind mündige BürgerInnen und jeder sollte sozial handeln, mit oder ohne Impfung.

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Ditmar Gall
Vor 6 Monaten

Soviel geballten Unsinn habe ich noch nicht gehört.
Ich bin 61 Jahre, habe für den Umbruch in der DDR gekämpft, war IM beobachtet und meine Fragen auf eine Isolat und wissenschaftliche Beweisführung werden nicht beantwortet, warum ich das Laborergebnis eines Testes über die Anzahl der Seqentierung nicht erhalte, warum das DIVI Intensivregister für S-H lediglich 26 „Corona Intensivbelegung“ 80% der immer noch abbauenden Intensivbetten ausweist…Sie wollen mich zwingen die Kosten einer schweren Influenza selber zu tragen? Eines muß man den Querdenkern und sogenannten Verschwörungstheoretiker lassen: sie haben den Werdegang und den noch zukünfigen Werdegang voraus gesagt. Ich sehe eher andere Kräfte als Verschwörungstheoretiker!

Marie Massa
Vor 6 Monaten

Es muss weiterhin freie Wahl bleiben, wie man seine Gesundheit erhalten möchte. Wer impfen verweigert, weil er Angst vor Impfschäden hat, bei deren Auftreten die Schulmedizin deren Besteheb schlicht leugnet und keine Hilfe dafüe hat, handelt nicht verantwortungslos, sondern verantwortungsvoll. Wer andere aus einem Sozialsystem ausschließen will, nur weil er sich gesellachaftlichen Gefahren nicht aussetzen will, ist nicht sozial, um so weniger dieser andere anschuldigt, asozial zu sein, nur weil sie beispielsweise dem Impfen gegenüber kritisch sind und ihre persönliche Entscheidungsfreiheit über ihre Gesundheit und die ihrer Familie wahren wollen. Zwischen Impffanatikern und sogenannten Verschwörungstheoretikern gibt es hinterfragende Menschen, die schlicht weiterhin eine eigene Meinung behalten möchten. Schwarz weiß Malerei hat bisher immer in diktatorische Zustände geführt, in die wir niemals mehr wieder hineinsollten. Solange es keine rationalen Beweise gibt, dass die corona-impfung hilft und wirklich keine impfschäden verursacht, sollte niemand dem anderen Vorschriften machen und auch danach nicht, denn wir alle sind mündige BürgerInnen und jeder sollte sozial handeln, mit oder ohne Impfung.

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