Betrugsverdacht bei russischer Tochter Ergo geht gegen kriminelle Mitarbeiter vor

Die Auferstehungskirche im russischen Sankt Petersburg: Einige Mitarbeiter der Ergo Rus sollen in kriminelle Machenschaften verstrickt sein.
Die Auferstehungskirche im russischen Sankt Petersburg: Einige Mitarbeiter der Ergo Rus sollen in kriminelle Machenschaften verstrickt sein. © dpa/picture alliance

Zwei Jahre lang sollen einige Ergo-Manager der Russland-Tochter Ergo Rus in Sankt Petersburg mit dubiosen Deals ihr persönliches Einkommen erheblich aufgebessert haben. Der Schaden durch die „schmierigen Geschäfte“, wie es in einem Pressebericht heißt, soll in die Millionen gehen. Ergo äußerte sich auf seiner Internetseite zu dem Vorfall.

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Im Jahr 2000 begann die Ergo Versicherungsgruppe in Russland Fuß zu fassen, indem sie Minderheitsanteile am Schaden- und Unfallversicherer Russ erwarb, 2011 erfolgte die volle Übernahme des Unternehmens, das heute Ergo Rus heißt.

Nun sorgt der Ergo-Ableger in Sankt Petersburg mit einer höchst dubiosen Geschichte auch in Deutschland für Schlagzeilen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am Samstag berichtet hat, sollen einige Mitarbeiter durch „windige Geschäfte mit Tagesversicherungen für Auslandsfahrten und den Weiterverkauf gestohlener Fahrzeug“ in erheblichem Ausmaß in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Von einem Schaden in „niedriger Millionenhöhe“ ist die Rede.

Windige Geschäfte mit Kfz-Ergänzungsschutz und Weiterverkauf gestohlener Fahrzeuge

Die kriminellen Machenschaften sollen dem Bericht zufolge Ende vergangenen Jahres nach zweijähriger Dauer durch einen internen Whistleblower aufgedeckt worden sein. Wie die weiteren internen und externen Ermittlungen zeigten, sollen unter anderem gestohlene und dann wiederaufgefundene Autos nach der Rückgabe an die Ergo auf dem Gebrauchtwagenmarkt verkauft worden seien. Die fälligen Erlöse hätten die Mitarbeiter für sich selbst abgezweigt.

Ein noch größeres kriminelles Betätigungsfeld stellte demnach der Vertrieb von Tagesversicherungen für Auslandsfahrten dar. Solch eine Ergänzung der nur im Inland gültigen Kfz-Haftpflichtdeckung werde in Russland über ein Vignettensystem vertrieben, schreibt die FAZ. Dabei seien an einige als Mittelsmänner fungierende Vermittler überhöhte Provisionen gezahlt worden – ein Teil davon soll auch an die dafür verantwortlichen Mitarbeiter zurück geflossen sein.

Auf seiner Internetseite nimmt Ergo zu den möglichen Untreue- und Betrugsvorwürfen Stellung. Darin heißt es wie folgt:

„Ergo International untersucht seit Ende 2016 mögliche Untreue- und Betrugsvorwürfe in einem Tochterunternehmen in Russland. Ergo verfügt global über strikte Governance-Regeln sowie ein gruppenweites Compliance-System. Dadurch konnte der Regelverstoß in Russland intern aufgedeckt werden. Unmittelbar nach Aufdeckung wurden personelle Konsequenzen gezogen. Seitdem arbeitet Ergo den Fall mit externer forensischer Unterstützung mit Hochdruck akribisch auf und arbeitet dabei mit Behörden vor Ort zusammen.“

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