Retter in der Not – auch zum Wohle der Rentenkasse? Eine Beamte arbeitet während eines Rundgangs im neuen Polizeipräsidium Südosthessen in der Leitstelle, in der die Notrufe ankommen. © picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
  • Von Lorenz Klein
  • 17.11.2021 um 14:24
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Viele Deutsche wünschen sich von einer neuen Bundesregierung, dass Beamte und Selbstständige in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, wie eine aktuelle Umfrage des Maklerunternehmens Aon ergab – und nur rund 5 Prozent der Bundesbürger halten es für richtig, wenn das Renteneintrittsalter über 67 Jahre hinaus steigen würde.

Das Maklerunternehmen Aon wollte von den Deutschen wissen, welche Wünsche sie an eine neue Bundesregierung haben, wenn es um die Zukunft der Alterssicherung geht. Rund 38 Prozent der über 2.000 repräsentativ Befragten halten es demnach für richtig und sinnvoll, wenn Beamte und Selbstständige künftig in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen würden (siehe erste Grafik). Allerdings erwarten nur knapp 22 Prozent, dass solch ein Vorhaben auch umgesetzt würde.

Noch stärker klaffen Einschätzung und Erwartung auseinander, wenn es um eine Erhöhung des Renteneintrittsalter über 67 Jahre hinaus geht. Nicht einmal 5 Prozent der Bundesbürger halten das für richtig – zugleich erwartet allerdings jeder fünfte Befragte (20 Prozent), dass die Bundesregierung genau das tun wird. Genauso viele Bürger (20 Prozent) erwarten auch, dass die staatlichen Bundeszuschüsse zur Rentenkasse erhöht werden, was aber immerhin 26 Prozent auch für richtig halten.

Nach eigenen Reaktionen auf die Entwicklung der Rentenfinanzen befragt, sind die Bundesbürger mehrheitlich pessimistisch gestimmt. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) sieht entweder keine Handlungsmöglichkeiten oder enthält sich der Stimme (siehe zweite Grafik). Dagegen sagt nur eine Minderheit von knapp 18 Prozent von sich, bereits ausreichend vorgesorgt zu haben. Die private Vorsorge oder Angebote der betrieblichen Altersversorgung (bAV) stärker nutzen wollen demnach nur 17 beziehungsweise 9 Prozent der Bürger.

Diejenigen, die keine Möglichkeit sehen, selber etwas für das Alter anzusparen, geben zum überwiegenden Teil (53 Prozent) an, dass ihr Einkommen nicht ausreiche. „Aber auch Unsicherheit (17 Prozent) und mangelnde Information (8,9 Prozent) halten viele davon ab, für das Alter vorzusorgen“, teilen die Experten von Aon mit.

„Auch mit geringem Einkommen möglich, wirksam vorzusorgen“

„Viele wissen offensichtlich nicht, dass es auch mit geringem Einkommen möglich ist, wirksam vorzusorgen“, kommentiert Angelika Brandl, Partner bei Aon, die Umfrageergebnisse. Insbesondere die bAV biete gute Möglichkeiten, mit kleinen Eigenbeiträgen die Absicherung im Alter zu verbessern. „Diese werden durch gesetzlich geregelte Zuschüsse sowie oftmals durch freiwillige Arbeitgeberzuschüsse erhöht“, so Brandl weiter.

Axel Paul, Principal bei Aon, ergänzt: „Die Fachwelt ist sich einig, dass nicht alle von den Bundesbürgern laut unserer Umfrage gewünschten Maßnahmen zum Ziel führen werden. Vielmehr sollten die bekannten Möglichkeiten wie die betriebliche Altersversorgung einfacher und transparenter werden. Laut Umfrage sind für 25 Prozent der Befragten die Möglichkeiten der Vorsorge zu unsicher oder es fehlen ihnen ausreichende Informationen. Die Möglichkeiten, die moderne betriebliche Altersversorgungslösungen bieten, sollten daher besser kommuniziert werden.“

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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