Haben beide viele Millionen Fans, stoßen bei einigen Deutschen aber auf Widerstand: Der FC Bayern München und die Corona-Warn-App. © picture alliance / Stefan Matzke / sampics / Pool v | Stefan Matzke
  • Von Lorenz Klein
  • 22.06.2020 um 15:49
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Bisher haben mehr als 10 Millionen Menschen in Deutschland die Corona-Warn-App heruntergeladen – obwohl seit ihrem Start erst eine knappe Woche vergangen ist. Auch die Versicherungsbranche hat sich öffentlichkeitswirksam für die App stark gemacht. Warum manche Deutsche sie trotzdem nicht haben wollen, zeigt eine aktuelle Yougov-Umfrage.

Die Einführung der Corona-Warn-App der Bundesregierung zu Mitte vergangener Woche ist von einer umfassenden Anzeigenkampagne begleitet worden – so werben beispielsweise die Chefs der Dax-Konzerne mit ihrer persönlichen Unterschrift für die elektronische Bekämpfung des Virus. Darunter auch Oliver Bäte von der Allianz und Joachim Wenning vom Rückversicherer Munich Re. Zudem hoben der Versicherungsverband GDV und der PKV-Verband den Nutzen der App gegenüber der Öffentlichkeit hervor.

Zweifel am Nutzen der App häufigster Grund für Absage

Doch bei einigen Bürgern bleiben Rest-Zweifel, die sie dazu veranlassen, die App nicht oder noch nicht zu installieren. Gefragt nach den Gründen für die bisherige Nichtnutzung geben die Deutschen mit 27 Prozent am häufigsten an, „Zweifel daran zu haben, dass die App etwas nützt“ (siehe Grafik). Das meldet das Marktforschungsunternehmen Yougov, das insgesamt 2.066 Personen ab 18 Jahren vom 17. bis 19. Juni bevölkerungsrepräsentativ befragte.

Demnach gaben von allen Befragten die große Mehrheit von 72 Prozent an, die Warn-App nicht zu nutzen beziehungsweise nicht installiert zu haben, 25 Prozent bejahten dies.

Der zweithäufigste Grund der Nicht-Nutzer ist mit 26 Prozent die Sorge, dass ihre Daten nicht sicher seien sowie, dass sie sich mit der App durch den Staat überwacht fühlen würden (25 Prozent). Letzteres nannten Befragte der Generation Z (18 bis 24 Jahre) häufiger als Befragte ab 55 Jahren (33 versus 20 Prozent).

21 Prozent der befragten Nicht-Nutzer begründen eine Nicht-Installation damit, dass die Bluetooth-Funktion ihres Smartphones dauerhaft eingeschaltet sein müsste. Auch diesen Punkt geben häufiger die Befragten zwischen 18 und 24 Jahren an (30 versus 19 Prozent der Befragten ab 55 Jahren).

Mehr als ein Fünftel (22 Prozent) jener älteren Befragten ab 55 Jahren sagen wiederum, sie können die App nicht installieren, da das eigene Smartphone zu alt oder gar keins vorhanden sei. Die jüngsten Befragten im Alter von 18 bis 24 Jahren erklärten am häufigsten (32 Prozent), nicht zu wollen, „dass die App verfolgt, wen sie treffen“.

Lassen sich Deutsche noch umstimmen?

Die Zahl der „App-Verweigerer“ noch umzustimmen, dürfte kein Kinderspiel werden, denn selbst unter denjenigen, die die App installiert haben, scheinen manche mit einer baldigen Deinstallation zu liebäugeln. So hält es eine knappe Mehrheit der Gesamtbefragten (51 Prozent) für unwahrscheinlich, dass sie die App (weiterhin) nutzen werden. Nur 37 Prozent erachten dies als wahrscheinlich. Das lässt auch diese Interpretation zu: Sollten all jene, die die App bereits haben (25 Prozent) auch in Zukunft an ihr festhalten, so liegt das Potenzial, bisherige Nichtnutzer umzustimmen bei 12 Prozent der Gesamtbevölkerung (25 plus 12 Prozent = 37 Prozent). 12 Prozent machten dazu keine Angabe.

Die jüngeren Befragten im Alter von 18 bis 34 Jahren geben dabei seltener an, dass es für sie unwahrscheinlich ist, die App zu nutzen (47 Prozent versus 53 Prozent der Befragten ab 55 Jahren). Im Umkehrschluss sagen die Jüngeren häufiger, dass der App-Download für sie wahrscheinlich ist (41 versus 34 Prozent der 45- bis 54-Jährigen).

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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