Taschendiebstahl 2.0 So einfach ist der Datenklau über Funk-Chips

„Pickpockets
„Pickpockets" (Taschendiebe) steht als Warnung gesprüht auf dem Gehweg am ehemaligen innerdeutschen Grenzübergang Checkpoint Charlie in Berlin: Taschendiebe 2.0 sind nicht auf Portemonnaies sondern auf die Bankdaten der Opfer aus. © dpa/picture alliance

Die neuen Kreditkarten sind praktisch. Man muss sie gar nicht erst aus der Geldbörse kramen – auflegen genügt. Andererseits sind sie gefährlich. Denn die NFC-Chips auf der Kreditkarte machen es Kriminellen leicht, Daten auszulesen. Sie können nicht nur auf fremde Kosten einkaufen, sondern auch Bankdaten ausspähen – und im schlimmsten Fall ganze Identitäten stehlen.

|  Drucken

Dass man nicht nur online Opfer von Cyberkriminellen werden kann, musste kürzlich auch Jutta Becker feststellen. Während eines Yoga-Wochenendes an der Ostsee wurde die Berliner Heilpraktikerin Oper von Cyberbetrügern – und das, obwohl sie zu den wenigen Deutschen gehört, die auf Online-Shopping und Online-Banking komplett verzichten. Bis dahin war der 39-Jährigen nicht bewusst, dass ihre Geldbörse aus der Tasche heraus Funkwellen abgibt, die Betrüger für ihre Zwecke abfangen können.

Kontaktlos zahlen, kontaktlos klauen: Zwei Seiten einer Medaille

„Es waren die letzten schönen Herbsttage und die Boutiquen an der Ufer-Promenade entsprechend gut besucht. Also habe ich meine Tasche nah am Körper gehalten. Man kennt ja die Tricks“, erzählt Jutta Becker: „Genützt hat das offensichtlich nichts!“ Tatsächlich müssen Taschendiebe heute nicht mehr in die Tasche greifen, um ihre Opfer zu beklauen – dank der neuen Bankkarten.

Dass auf ihrem Bankkonto etwas nicht stimmt, stellte Jutta Becker direkt nach dem Wellness-Wochenende fest: „Laut Kontoauszug hatte ich online einen PC-Monitor bestellt, außerdem wurden mit meiner Kreditkarte diverse Taschen und Koffer gekauft. Alles online und immer mit Kreditkarte bezahlt – obwohl ich selbst nie im Internet einkaufe. Eine einzige Farce. Danach war die Entspannung jedenfalls wieder dahin.“

„Ich gebe den Banken die Schuld“

Wenn Jutta Becker an den Vorfall zurückdenkt, steigt immer noch Wut in ihr auf: „Es ist einfach ein schlimmes Gefühl. Man ist regelrecht ohnmächtig“, so die Berlinerin: „Am meisten ärgert mich aber, dass die Banken die neuen Chips einfach eingesetzt haben – ohne zu fragen. Ich habe jedenfalls kein Schreiben bekommen, in dem mir die vier Halbkreise auf meiner Karte erklärt wurden. Und über das Risiko, das damit einhergeht, schweigen sich die Banken auch aus.“

So einfach ist der Datenklau

In der Tat sieht der Bundesverband Deutscher Banken bislang keinen Handlungsbedarf. Gegenüber der Kontrovers-Redaktion des Bayerischen Rundfunks sagte eine Sprecherin, das Auslesen von Kreditkarten sei in der Praxis nicht möglich. Dafür müsse man an eine Karte viel zu nah herankommen – sie würde daher NFC-Chips auch nicht als unsicher bezeichnen.

Die BR-Redaktion wettete dagegen und bewies das Gegenteil. In einem Versuch mit realen Passanten genügte simple Scan-Software, die kostenlos im Internet zum Download zur Verfügung steht. Auch Personen ohne besondere Hacker-Kenntnisse können damit an sensible Daten herankommen. Ein Klick mit dem Smartphone reicht theoretisch aus, um im vorweihnachtlichen Rummel auf Beutezug zu gehen. Sowohl die Kreditkartennummer als auch das Ablaufdatum und -Jahr lassen sich mit der Software bequem auslesen – wenn man denn nah genug an die ins Visier genommene Kreditkarte herankommt. Im Test war dies kein Problem: 17 Zentimetern genügten den Testern.

Achtung: Taschendiebe 2.0

Im Gedränge der Weihnachtsmärkte und in den überfüllten Läden der Vorweihnachtszeit sollten Taschendiebe 2.0 so leichtes Spiel haben. Sie können sich auf diese Weise genügend Bankdaten zusammen sammeln, um damit ihre Weihnachtsgeschenke ganz bequem online zu bestellen. Denn in vielen Onlineshops genügt es, die Kartennummer und das -ablaufdatum anzugeben, das auf der Vorderseite der Karte steht. Der dreistellige Sicherheitscode wird in vielen Fällen nicht abgefragt.

So schützt man sich unterwegs vor Datenklau

Wer sich vor solch einem kontaktlosen Taschendiebstahl schützen möchte, kann mittlerweile auf Portmonees mit speziell eingebauten Funk-Blockern setzen – sogenannte RFID-Geldbörsen. Darüber hinaus gibt es RFID-Hüllen für die Kreditkarte. Jutta Becker reicht dies indes nicht mehr aus. Sie hat bei der Bank eine neue Kreditkarte beantragt – ohne eingebauten NFC-Chip.

Versicherungsschutz gegen Onlinekriminalität
Werbung

Inter Cyberguard

Der Inter CyberGuard bietet einen verlässlichen Komplettschutz gegen die zunehmenden Gefahren aus dem Internet. Ob Hackerangriffe auf Konten und Zugangsdaten oder Einkäufe bei betrügerischen Onlineshops – der Inter CyberGuard schützt mit einer Kombination aus finanzieller Absicherung und Sicherheitssoftware inklusive Daten-Backup.
Regelmäßig durchgeführte Produktvergleiche bestätigen die hervorragenden Leistungen des Inter CyberGuards.

Neugierig geworden? Dann erfahren Sie hier mehr:

Innovationspreis der Assekuranz
Werbung

Inter Cyberguard

„The Winner is Inter CyberGuard“ – heißt es bei der diesjährigen Verleihung des Innovationspreises der Assekuranz in Köln. Der Komplettschutz der Inter gegen Onlinekriminalität räumt in allen drei Kategorien der Sachversicherung „Gold“ ab: Beim Produktdesign, beim Kundennutzen und bei der Digitalisierung. Hier geht es zur Berichterstattung.

Leistungsübersicht
Werbung

Inter Cyberguard

Absicherung gegen zunehmende Gefahren im Internet: So sichert der Inter CyberGuard Ihre Kunden im Netz.

MEHR ERFAHREN

Private Cyberversicherungen im Vergleich
Werbung

Inter Cyberguard

Das unabhängige Analysehaus Ascore Das Scoring hat als erstes Unternehmen private Cyberversicherungen unter die Lupe genommen. Verglichen wurden Aspekte wie allgemeine Merkmale, Online-Banking und -Handel, Datenbeschädigung, Cybermobbing, Persönlichkeitsschutz und Sicherheitssoftware. Die Analyse bietet Maklern eine Orientierungshilfe für die Produktauswahl.

Hier geht´s zum Scoring.:

Norton erklärt Ransomware
Werbung

Dem Begriff ist vermutlich jeder bereits begegnet. Doch was genau ist Ransomware und wie kann man sich davor schützen? Der Symantec Sicherheits-Experte Candid Wüest erklärt im Video, wie man im Schadenfall seine Daten retten kann und sich vor der Erpressersoftware schützt.

Wie Hacker Passwörter abgreifen
Werbung

Mit welchen Methoden versuchen Hacker, Passwörter zu stehlen? Und wie kann man starke und sichere Kennwörter entwickeln, um sich vor Angriffen auf private Daten zu schützen? Das erfahren Sie in einem kurzen Video von Norton Security.

So schützt Norton
Werbung

INTER Cyberguard

Sicherheitssoftware inklusive: Erfahren Sie, welche Schutzfunktionen Norton für welche Geräte hat.

Meistgelesen
Werbung

Wer sich bei Facebook anmeldet, spielt dieses Spiel freiwillig mit

Artikel lesen

„Viele Menschen verhalten sich gefährlich leichtsinnig“

Artikel lesen

Selbsttest: Wie gefährdet sind Sie im Netz?

Artikel lesen
Pfefferminzia HIGHNOON
Newsletter
Werbung

Bringen Sie sich jeden Montag und Donnerstag auf den aktuellen Branchen-Stand und melden Sie sich hier zu unserem Newsletter an.

 Abonnieren    Impressum    Datenschutzerklärung    Mediadaten    RSS    Über uns