Die Fassade des Reichtagsgebäudes leuchtet am Abend in der blauen Stunde. Am 15. Januar 2020 tagt der Bundestag zum ersten Mal in diesem Jahr. Wie sich das Parlament nach der Bundestagswahl 2021 zusammensetzen soll, darüber haben Vermittler eine ganz klare Meinung. © picture alliance/Kay Nietfeld/dpa
  • Von Lorenz Klein
  • 15.01.2020 um 10:34
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Wie würden Versicherungsvermittler bei der nächsten Bundestagswahl abstimmen? Das wollte der Vermittlerverband AfW mit seiner traditionellen Sonntagsfrage herausfinden – und das Votum ist auch dieses Mal eindeutig: Die FDP schlägt alle anderen Parteien um Längen. Hier kommen die Details.

Die Parteienlandschaft in Deutschland ist im Umbruch – schon rein rechnerisch betrachtet, erscheint eine Neuauflage der zerstrittenen sogenannten großen Koalition nach der nächsten Bundestagswahl 2021 eher unwahrscheinlich, zumindest Stand heute.

Klare Regierungsmehrheiten erscheinen wie ein Relikt der vergangenen Jahrzehnte – in Thüringen wird aufgrund der komplizierten Wahl-Arithmetik sogar über eine Annäherung von CDU und Linken spekuliert.  

Fragt man hingegen Versicherungsvermittler nach ihren politischen Vorlieben, so ist die Sachlage eindeutig: Schwarz-Gelb soll es bitteschön richten beziehungsweise Gelb-Schwarz – die FDP käme bei der nächsten Bundestagswahl auf ein Traum-Ergebnis von 38 Prozent (siehe Grafik).

Das ergab das 12. Vermittlerbarometer des Bundesverbands Finanzdienstleistung AfW, an dem sich laut dem Verband im November 2019 über 1.500 Vermittler beteiligten, davon 35 Prozent AfW-Mitglieder.

Die Liberalen würden damit das gleiche Ergebnis erzielen wie bei der Vorjahresumfrage. Auf Platz zwei folgt die Union mit 25 Prozent (plus 6 Prozentpunkte), gefolgt von der AfD, die unverändert auf 14 Prozent käme, und den Grünen mit 12 Prozent (minus 3 Prozentpunkte).

SPD bekommt bei Maklern kein Bein auf den Boden

Und die SPD? Diese sieht – wie schon in den Vorjahren – keinen Stich in der Vermittlerschaft. Mit einem laut AfW „katastrophalen Ergebnis“ von abermals 2 Prozent würden die Sozialdemokraten erneut den Einzug in den Bundestag verpassen. Auch die Linke würde mit einem Ergebnis von 4 Prozent an der 5-Prozent-Hürde scheitern, wenn auch knapp. Vergangenes Jahr reichte es für die Linke noch zu einer „Punktlandung“. Auf alle übrigen Parteien entfallen 5 Prozent (minus 1 Prozentpunkt).

AfW-Vorstand Frank Rottenbacher vermutet, dass die Vermittler die SPD abstraften –„wahrscheinlich wegen der ständigen Verunglimpfungen“, Stichwort „Provisionsgier“, und den politischen Vorhaben wie des Provisionsdeckels und der geforderten Bafin-Aufsicht für 34f-Vermittler, so Rottenbacher.

„Wenn es nach unserer Branche ginge, könnte sich ein FDP-Kanzler aussuchen, mit wem er koaliert“, fasst der AfW-Vorstand das Umfrageergebnis zusammen. Die Grünen hätten hingegen „im Gegensatz zum bundesweiten Trend bei den Vermittlerinnen und Vermittlern sogar 3 Prozentpunkte verloren“.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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