Henning Kühl, Chefaktuar und Experte für Lebensversicherungen bei Policen Direkt. © Policen Direkt
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  • 25.04.2019 um 09:08
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Die Solvenzquoten der 84 deutschen Lebensversicherer hierzulande sind sich im Schnitt um 9,57 Prozent gestiegen. Das zeigt eine Auswertung der aktuellen Solvenzberichte der Unternehmen. 12 Anbieter stehen aber weiter unter einer „Manndeckung“ der Aufsichtsbehörde Bafin. Hier kommen die Details.

„Die Versicherer haben den erneuten Solvenztest bestanden“, sagt Henning Kühl, Chefaktuar des Policenhändlers Policen Direkt. „Die stabilen Zinsen von 2018 und sicher auch die Neuregelung der Zinszusatzreserven spiegeln sich in der Verbesserung der Quoten wider, genau wie das Neugeschäft, das sich mehr und mehr von klassischen Garantien verabschiedet.“

Jedes Jahr müssen die Versicherer in Europa im Rahmen des Eigenmittelregimes Solvency II ihre Solvenzquoten veröffentlich. Diese Werte sollen zeigen, wie stabil und krisenfest ein Versicherer ist, und ob er auch in extremen Stress-Szenarien in der Lage wäre, die Verpflichtungen gegenüber seinen Kunden zu erfüllen. Bei einem Wert von 100 schaffen sie das.

Zum dritten Mal liegen diese Berichte nun vor. Policen Direkt hat diese ausgewertet und das Ergebnis auf der Website solvenzquoten.de veröffentlicht. Dort findet man auch die Solvenzquoten der einzelnen Versicherer. Die Solvenzquoten der 84 untersuchten deutschen Lebensversicherer haben sich danach im Schnitt um 9,57 Prozent verbessert.

Die wichtigsten Zahlen der Auswertung in Kürze

  • Aufsichtsrelevante Brutto-Quote: 493 Prozent (2017: 450 Prozent)
  • Netto-Quote: 273,67 Prozent (273,24 Prozent)
  • MCR-Quote: 704 Prozent (731 Prozent)
  • 12 Versicherer mit Netto-Quote < 100 (2017: 11)
  • 4 Versicherer mit MCR-Quote < 100 (2017: 4)
  • 26 Versicherer haben sich bei der aufsichtsrelevanten Quote im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert, 58 verbessert.
  • Wirkung der Bilanzierungshilfen = plus 80 Prozent (2017: 65 Prozent)
  • Solvenzberichte sind im Schnitt 91 Seiten stark (von 40 bis 163 Seiten)
  • Kein Versicherer bei der Netto-Quote = 0 (2017: 0)

Ohne Bilanzierungshilfen schaffen 12 den Schwellenwert nicht

66 der 84 Versicherer nehmen für ihre Solvenzberichte Bilanzierungshilfen in Anspruch, die von der Bafin genehmigt sind. Laut Auswertung hätten zwölf Versicherer ohne diese Hilfen den Schwellenwert von 100 nicht erreicht. Das ist eine Gesellschaft mehr als noch im Vorjahr.

Die MCR-Quote gibt an, ob die Versicherer in der Lage sind im Normalbetrieb, also ohne Stress-Szenario, aktuelle Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden zu erfüllen. Vier Anbieter schaffen das derzeit nicht. 

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