Norbert Porazik ist geschäftsführender Gesellschafter des Maklerpools Fonds Finanz. © Fonds Finanz Maklerservice GmbH
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  • 05.08.2019 um 09:30
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Norbert Porazik, geschäftsführender Gesellschafter der Fonds Finanz, spricht im Interview über mögliche Zukäufe von Wettbewerbern, warum er keine Konsolidierung auf dem Poolmarkt erwartet, und ob er einen Markteintritt von Google oder Amazon fürchtet.

Pfefferminzia: Pools müssen heutzutage technisch auf der Höhe sein/bleiben, um im Wettbewerb um Makler zu bestehen. Wieviel kosten Sie diese Investitionen in die IT?
Norbert Porazik: Pools müssen heutzutage nicht nur technisch auf der Höhe sein, sondern insgesamt ein möglichst breites Angebot bereitstellen. Wir investieren seit jeher umfangreich in unsere IT. Denn sie ist gewissermaßen das Rückgrat, um unser Geschäft erfolgreich betreiben und kontinuierlich weiterentwickeln zu können. Die Investitionen sind daher per se auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit ausgelegt. Darüber hinaus investieren wir gleichermaßen in den Ausbau unserer Sparten zur Stärkung unseres Allfinanz-Ansatzes sowie in unsere Mitarbeiter zur Weiterentwicklung unserer individuellen Beratungs- und Betreuungsleistung. Das Gesamtpaket muss stimmen, um die Makler zu überzeugen. 

Welchen strategischen Nutzen haben Zukäufe für Sie?
Unternehmenszukäufe kommen für uns aus strategischen Gründen durchaus infrage. Wir arbeiten mit voller Kraft daran, die Digitalisierung unserer Branche mitzugestalten, um fit zu bleiben für die Zukunft. Dazu brauchen wir einheitliche Standards und unsere Allumfassende Maklerplattform soll gewissermaßen der Motor sein. Als Maklerpool besitzen wir aber nicht in allen dafür relevanten Bereichen die entsprechende Expertise – und ziehen genau da Zukäufe in Betracht. So sicherten wir uns beispielsweise vergangenes Jahr mit Vorfina und Edisoft zwei führende IT-Systeme. Sollten sich Gelegenheiten ergeben, die in Form von Zukäufen auf unsere Vision einzahlen, werden wir diese auch weiterhin in Betracht ziehen.

Könnten Sie sich auch die Übernahme eines anderen Maklerpools oder zumindest Kooperationen untereinander vorstellen?
Wir haben aktuell weder den Bedarf, einen anderen Maklerpool zu kaufen, noch befinden wir uns in einer Situation, die einen Kauf sinnvoll erscheinen lassen würde. Gleiches gilt hinsichtlich einer Kooperation. Als führender Allfinanz-Maklerpool sind wir bestens aufgestellt: finanziell, strukturell und auch im Hinblick auf unsere strategische Ausrichtung. Durchaus interessant sind für uns aber Investitionen in Geschäftsfelder oder Kooperationen mit Geschäftsmodellen, wo wir bislang wenig bis keine Expertise haben, um unsere eigene Geschäftstätigkeit auszubauen und weiterzuentwickeln. An erster Stelle steht für uns, zum Wohle unserer Makler zu handeln. Wie das im konkreten Einzelfall aussieht, können wir heute nicht mit Sicherheit vorhersagen.

Erwarten Sie eine Konsolidierung auf dem deutschen Poolmarkt?
Nein, wir erwarten keine Konsolidierung. Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass die Zahl der Makler weiter steigen wird und Maklerpools demnach die besten Zukunftsaussichten haben. Immer mehr Gesellschaften dünnen ihre Ausschließlichkeitsorganisation aus, immer mehr Bankfilialen schließen. Die Produkt- und Tarifwelten werden komplexer, sodass Kunden nach wie vor eine persönliche Beratung wollen und brauchen. Online-Anbieter werden es dagegen weiterhin schwer haben, beispielsweise Lebensversicherungen und private Krankenversicherungen zu vermitteln. Deshalb werden Makler wie auch Maklerpools die Nase vorn haben. Unsere Prognose ist, dass das Versicherungsgeschäft in fünf bis zehn Jahren fast ausschließlich über Pools und andere Multiplikatoren laufen wird, so wie es im Investmentbereich heute schon der Fall ist. Dadurch kann es durchaus dazu kommen – beziehungsweise ist es auch schon dazu gekommen –, dass sich kleinere oder spezialisierte Marktteilnehmer auf die Suche nach Kooperationen begeben, die wiederum zu Fusionen führen können.

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