Pfefferminzia: Sie behaupten, das Insurtech-Thema sei derzeit komplett eingeschlafen.

Dominik Groenen: Ja, ich sehe das so. Es gab einen Hype um Anbieter wie Knip, Clark und Get Safe – das ist aber alles verpufft. Dann sind die Pools auf den Zug aufgesprungen und haben ihrerseits entsprechende Lösungen auf den Markt gebracht, aber auch da tut sich nichts mehr. Ein halbes Jahr lang gab es also richtig Alarm und jetzt ist das Thema komplett eingeschlafen. Die Nutzer nehmen die Angebote auch nicht so an, wie gedacht. Das richtig Neue wird erst jetzt kommen.



Was kommt denn?

Im Bankenbereich sieht man das schon am Anbieter Number26 beziehungsweise N26, wie sie sich jetzt nennen. Erst ging man als Banking-App eine strategische Partnerschaft mit der Wirecard Bank ein, dann haben die Gründer nochmal richtig Geld eingesammelt, und jetzt haben sie eine eigene Bafin-Lizenz beantragt und auch bekommen. N26 ist jetzt also ganz offiziell als Bank registriert. Im Versicherungsumfeld gibt es das noch nicht. Aber das ist der nächste logische Schritt. Jetzt ist die Zeit der PDIs, also der Pure Digital Insurer, gekommen.

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Also werden die Clarks und Knips dieser Welt jetzt eine Versicherungslizenz bei der Bafin beantragen?

Nein, das wird den aktuellen Playern am Markt nicht gelingen.

Warum nicht?

Weil die schon in bestimmte Schubladen gesteckt sind. Und die Investoren dann auch Aktivitäten in diese Richtung erwarten. Meine Prognose ist, dass wir Käufe sehen werden. Dass Pools und Versicherer diese Unternehmen kaufen werden, weil sie da bestimmte Assets erkennen. Die Allianz hat sich bei Schutzklick ja schon beteiligt. Und meiner Ansicht nach ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis da das komplette Allianz-Label drauf ist.