Nach Fahrraddiebstahl Polizei trödelt, Versicherung zahlt nicht

Ein Dieb macht sich an einem Fahrradschloss zu schaffen: Nicht immer kann die Versicherung etwas dafür, wenn sie nach einem Diebstahl nicht sofort zahlt.
Ein Dieb macht sich an einem Fahrradschloss zu schaffen: Nicht immer kann die Versicherung etwas dafür, wenn sie nach einem Diebstahl nicht sofort zahlt. © dpa/picture alliance

Wer Opfer eines Diebstahls wird, muss manches Mal viel Geduld mitbringen bis das Geld der Versicherung auf dem Konto landet. Der Grund: Kommt die Polizei mit den Ermittlungen nicht hinterher, lässt sich auch die Versicherung Zeit. Das zeigt ein aktueller Fall aus Sachsen.

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Einem Mann aus Chemnitz wird das Pedelec aus seinem abgeschlossenen Kellerabteil gestohlen – obwohl er zweimal abgeschlossen hat. Der Vorfall passierte bereits im April. Seither hat er von seiner Versicherung nur wenig Geld gesehen.

Gleich nach dem Diebstahl informiert der Mann die Polizei. Danach auch seine Hausratversicherung, bei der er einen Vertrag mit E-Bike-Einschluss abgeschlossen hat. Die zahlt auch – aber nur die Hälfte. Warum? Um weiteres Geld zu erstatten, müsse nachgewiesen sein, dass das Fahrrad tatsächlich durch gewaltsames Eindringen in den Keller entwendet wurde, heißt es. Dafür brauche die Versicherung aber die Unterlagen von der Polizei.

Doch die lässt sich Zeit. Fünf Monate sind vergangen, aber noch immer gibt es nichts Neues. „Als ich nachgefragt habe, hieß es, dass viel zu tun sei. Ich vermute, dass die Beamten überlastet sind und es anderen Diebstahlsopfern ebenso geht wie mir“, erklärt der Mann gegenüber der Zeitung Freie Presse.

Und das stimmt: „Auch, was die Ermittlungen zu Fahrraddiebstählen betrifft“, erklärt eine Polizeisprecherin. In der Stadt Chemnitz allein habe es im vergangenen Jahr 1.127 vergleichbare Taten gegeben – das seien 111 mehr als 2015. „Damit liegen wir bundesweit deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer Städte“, so die Sprecherin.

In ganz Deutschland gab es im Jahre 2016 rund 200.000 versicherte Diebstähle von Fahrrädern, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft kürzlich berichtete.

Im Fall des Mannes ist zwar noch kein Ende in Sicht. Trotzdem: Sein neues Fahrrad steht nun in seiner Wohnung, sagt er der Freien Presse – das ist wohl auch der sicherste Ort.

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