Mühsames Sparen für die Pflege Wenn die Niedrigzinsen die Reserven auffressen

Jens Weidmann, Chef der Deutschen Bundesbank.
Jens Weidmann, Chef der Deutschen Bundesbank. © Getty Images

Im Vorsorgefonds der Deutschen Pflegeversicherung haben sich nach rund eineinhalb Jahren bereits 1,8 Milliarden Euro angesammelt. Doch wegen des negativen Zinses für Einlagen des Fonds bei der Deutschen Bundesbank ist das Vermögen im vergangenen Jahr schon wieder um 17.000 Euro geschrumpft.

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Im vergangenen Jahr erst richtete die Deutsche Pflegeversicherung einen Vorsorgefonds ein. In ihm sollte Geld für die Pflegebedürftigkeit der Babyboomer-Generation angespart werden. Der Fonds war Teil der letzten Pflegereform und soll dabei helfen, die Beiträge für die Arbeitnehmer zu deckeln, wenn die geburtenstarke Generation das Pflegealter erreicht.



Seit Januar 2015 fließen Einnahmen in Höhe von 0,1 Prozentpunkten aus der Pflegeversicherung in diesen Fonds. Nach anderthalb Jahren ist das Vermögen auf rund 1,8 Milliarden Euro angewachsen. Das berichtet die Rheinische Post nach einer Anfrage beim Gesundheitsministerium.

Doch der schlechte Zinsmarkt drückt auf die Entwicklung des Fonds: Wegen des negativen Zinses für Einlagen des Pflegefonds bei der Deutschen Bundesbank entstanden im vergangenen Jahr 17.000 Euro an Belastungen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums erklärte.

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Um die negativen Effekte möglichst gering zu halten, habe die Bundesregierung den Turnus für Zahlungen an den Pflegefonds nun auf einen monatlichen Rhythmus festgelegt. Die Hoffnung: Dadurch könne die Zahl der Tage minimiert werden, in denen Geld auf Konten der Deutschen Bundesbank liegt. Denn an jedem einzelnen Tag fallen dort Negativzinsen an.
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