Gewerbeversicherung Makler wünschen sich mehr Einfachheit

Ein Arbeiter des Anlagenbauers Salzgitter bewegt Stahlrollen in der Fabrik: Versicherungen spielen bei der Absicherung von Gewerberisiken eine entscheidende Rolle
Ein Arbeiter des Anlagenbauers Salzgitter bewegt Stahlrollen in der Fabrik: Versicherungen spielen bei der Absicherung von Gewerberisiken eine entscheidende Rolle © Getty Images

Unverständliche Fragen, komplizierte Bedingungen – viele Makler wünschen sich einfachere Produkte für ihre Gewerbekunden. Wie die Versicherer reagieren.

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Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bilden das wirtschaftliche Rückgrat Deutschlands. Laut Bundeswirtschaftsministerium sind 99,6 Prozent aller Unternehmen hierzulande Mittelständler. Sie erwirtschaften dabei mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes in Deutschland, stellen fast 60 Prozent aller Arbeitsplätze und rund 82 Prozent der betrieblichen Ausbildungsplätze bereit.

Der deutsche Mittelstand ist auch ein Innovationsmotor: So brachten mehr als 42 Prozent der kleineren Unternehmen hierzulande im Jahr 2014 eine Produkt- oder Prozessinnovation auf den Markt; im EU-Mittel waren es nur gut 30 Prozent.

Das Spektrum reicht dabei vom traditionellen Familienunternehmen bis zum hippen Start-up, vom klassischen Handwerksbetrieb über Selbstständige und Dienstleister wie Händler bis zum hoch innovativen Hightech-Unternehmen, vom regionalen Anbieter bis zum Weltmarktführer.

Eines haben sie aber alle gemeinsam: Sie brauchen eine vernünftige Absicherung, um gut wirtschaften zu können. Und da hapert es noch. 19 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland haben keine Versicherungen abgeschlossen. Dabei riskieren vor allem ältere Unternehmer existenzbedrohende Schäden, zeigt der „DNA of an Entrepreneur Report 2017“ des Versicherers Hiscox. Während 24 Prozent der über 60-Jährigen nicht versichert sind, sind es unter den bis 30-Jährigen nur 10 Prozent.

Nur wenige Mittelständler haben eine Cyber-Versicherung

Zu den größten nicht versicherten Risiken zählt bei 46 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer die Gefahr, von Kunden nicht bezahlt zu werden. Für 27 Prozent stellt ein Datenverlust beziehungsweise der Verlust geistigen Eigentums ein Risiko dar, für das sie im Schadenfall keine Entschädigung erhalten würden, und 25 Prozent zählen auch Hacking und Cyber-Kriminalität zu den größten nicht versicherten Risiken.

„Zwar wächst zum Beispiel im Bereich Cyber-Sicherheit das Bewusstsein für Risiken, doch nur langsam entscheiden sich mehr Mittelständler für eine zusätzliche Cyber-Versicherung neben den Standard-Policen“, erklärt Tobias Wenhart von Hiscox. „Dabei zählen Cyber-Attacken insbesondere für oft völlig unvorbereitete KMU heutzutage zu den größten Risiken.“ Es besteht also im Firmenkundengeschäft noch großes Potenzial für Makler und Vermittler.

Pfefferminzia befragte im Januar 2018 in einer Online-Umfrage 201 Leser zum Thema Gewerbeversicherung. Dabei zeigt sich: Nur rund 10 Prozent der Makler und Vermittler arbeiten aktuell nicht mit gewerblichen Kunden zusammen. Davon möchten allerdings rund 29 Prozent demnächst in diesem Gebiet tätig werden. Warum? Nun, ein Grund dürfte sein, dass sich viele Vermittler wohl auf mögliche Anpassungen im Lebensversicherungsbereich vorbereiten. Das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) kommt dieses Jahr auf den Prüfstand. Und Marktexperten gehen davon aus, dass ein Provisionsdeckel in Höhe von 18 bis 25 Promille durchaus wahrscheinlich ist. Auch bei der Kappung der Provisionen in der Krankenversicherung im Jahr 2012 konnte man eine ähnliche Entwicklung beobachten.

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