Assekuranz der Zukunft› zur Themenübersicht

Digitalisierung Sind Insurtechs Gefahr oder Chance für Kunden?

Finanzapp auf dem Smartphone: Ohne persönliche Beratung kann es zu Missverständnissen und Fehlversicherung kommen, befürchtet EFS-Vorstand Ingo Linn.
Finanzapp auf dem Smartphone: Ohne persönliche Beratung kann es zu Missverständnissen und Fehlversicherung kommen, befürchtet EFS-Vorstand Ingo Linn. © Getty Images

Mit hohen Downloadzahlen sorgen Insurtechs immer wieder für Aufmerksamkeit. Bedenklich findet Ingo Linn, Chef der Euro-Finanz-Service-Vermittlungs AG, daran vor allem die anscheinend steigende Bereitschaft der Kunden, auf eine individuelle Beratung bei Versicherungsfragen zu verzichten. Er sieht darin einen bedrohlichen Trend für die mittelfristige Zukunft der Maklerbranche – aber auch für Kunden.

| , aktualisiert am 02.08.2016 10:37  Drucken
Insurtechs entwickeln Apps, von denen sich Versicherungssuchende online beraten lassen können. Die Programme erstellen Analysen der finanziellen Situation des Kunden, schließen Verträge ab und errechnen im Hintergrund die Kreditwürdigkeit des Nutzers.



Ingo Linn, Vorstandsvorsitzender der Euro-Finanz-Service-Vermittlungs AG, findet das bedenklich: „Einen persönlichen Kontakt zum Versicherungsmakler gibt es nicht mehr und damit auch keine individuelle Beratung. Die persönliche Situation des Einzelnen wird hierbei möglicherweise nicht mehr angemessen berücksichtigt“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Werbung


Bei dem großen Angebot an unterschiedlichen Versicherungen und deren Produkten sei gerade die Qualität der Beratung entscheidend, meint Linn. „Sobald der Versicherungsmakler durch eine App ersetzt würde, leidet meiner Meinung nach die Beratungsqualität. Eine App ist zwar modern, kann aber Kompetenz, Erfahrung und unsere hohen Beratungsstandards nicht ersetzen.

Hohe Stornoquote

Der EFS-Vorstand kritisiert außerdem die oft fehlende Transparenz in Verträgen Insurtechs, in deren Paragrafen sich Ausschließlichkeitsregelungen und Löschungsvereinbarungen von anderen Versicherungen verstecken könnten. Das habe zur Folge, dass es eben auch eine hohe Stornoquote bei den digitalen Anbietern gebe. Einige Versicherer wünschten mit Fintechs keine Zusammenarbeit, würden aber dennoch in Versicherungs-Apps erwähnt, meint Linn.

Linn glaubt aber auch, dass die Vorteile einer individuellen Beratung mit zwischenmenschlichem Kontakt auf der Hand liegen: „Vor dem Hintergrund der aufwändigen Qualifizierungsmaßnahmen, die der Gesetzgeber Finanz- und Versicherungsvermittlern zurecht vorschreibt, sowie den hohen Anforderungen an die Dokumentationspflicht stellt sich mir die Frage, wie und in welcher Form dies von Fintechs erfüllt werden kann“. Ein Verzicht auf individuelle Informationen würde in der Praxis zu Missverständnissen und nicht abgesicherte Risiken führen.

Phoenix Partnerschaft: die Pläne für Europa
Werbung

Standard Life geht von einem "harten Brexit" im März 2019 aus.

Nigel Dunne, der Geschäftsführer für Standard Life in Europa, erklärt wie die Pläne von Standard Life in der neuen strategischen Partnerschaft mit der Phoenix Gruppe aussehen und was die konkreten Pläne für das Europageschäft sind.

Phoenix Partnerschaft: die Deutschland-Strategie
Werbung

Die Partnerschaft mit der Phoenix Gruppe steht in den Startlöchern.

Welche Änderungen ergeben sich jetzt für die Kunden und Makler in Deutschland? Und wie sieht die Strategie für das Unternehmen aus?

Gail Izat, Vorstandsvorsitzende von Standard Life Deutschland und Österreich, über die Chancen, die die Partnerschaft mit sich bringt.

Focus Future 2018: Impulse aus dem irischen Versicherungsmarkt
Werbung

Um auf jedes Brexit-Szenario vorbereitet zu sein, plant Standard Life das Europageschäft künftig von Dublin aus zu betreiben. Aus diesem Anlass veranstaltete der Versicherer vor Ort eine Expertenrunde.

Christian Nuschele, Vertriebschef bei Standard Life, spricht im Video-Interview mit Andreas Franik über die entscheidende Rolle, die die irische Hauptstadt für die Standorte in Deutschland, Österreich und Irland haben wird sowie über die Impulse aus dem irischen Versicherungsmarkt.

Erfahren Sie hier mehr.

Mit Weitblick die Vorsorge planen