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Interview-Serie Versicherung der Zukunft „Versicherungen kämpfen mit gewaltigen Produktivitätsproblemen“

Jörg Mußhoff, Senior-Partner bei der Unternehmensberatung McKinsey, bei der Digital Insurance Agenda im Juni in Amsterdam.
Jörg Mußhoff, Senior-Partner bei der Unternehmensberatung McKinsey, bei der Digital Insurance Agenda im Juni in Amsterdam. © Pfefferminzia

Jörg Mußhoff, Senior-Partner bei der Unternehmensberatung McKinsey, spricht im Interview über dramatisch sinkende Beiträge in der Kfz-Versicherung, neue versicherbare Risiken, Produktivitätsprobleme und den richtigen Zugang zum Kunden.

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Diese Interview-Serie wurde uns freundlicherweise von Roger Peverelli, Reggy de Feniks und Walter Capellmann zur Verfügung gestellt. Sie sind Initiatoren der Digital Insurance Agenda, eine Veranstaltung, die mehrmals im Jahr mit hochkarätigen Rednern über aktuelle Trends in der Versicherungswirtschaft informiert. Die nächsten DIA Konferenzen finden im November 2019 in München und im Dezember 2019 in Hongkong statt.

Es gibt mehrere Untersuchungen, die die digitalen Fähigkeiten der Versicherungsindustrie infrage stellen. Wie sehen Sie das? Läuft die Versicherungsindustrie Gefahr, in ihrer digitalen Transformation auf der Strecke zu bleiben?

Jörg Mußhoff: Die digitale Transformation in der Versicherungsindustrie ist in vollem Gange und wird weiter an Tempo zulegen. Und ja, digitale Technologien sind dabei, die Industrie zu verändern: Die Beiträge in der Kfz-Versicherung etwa könnten dramatisch sinken, wenn sich autonome Fahrzeuge und Fahrassistenten durchsetzen. Wenn man sich aber die echten Zahlen ansieht, wird das in den nächsten Jahren nur ein marginaler Rückgang sein – unter anderem auch wegen zahlreicher Kompensationseffekte. Vor allem aber werden mit der Anwendung digitaler Technologien viele neue versicherbare Risiken entstehen. Insofern werden sich ständig neue vielversprechende Wachstumschancen auftun, von denen die Versicherer profitieren können.

Wo steht die Branche aktuell?

Die Versicherungsindustrie befindet sich auf einem guten Weg in Richtung greifbarer Veränderungen mithilfe digitaler Technologien und liegt, was die digitale Reife betrifft, sogar über dem globalen Durchschnitt. Sie lässt in dieser Hinsicht auch mehrere andere Industrien hinter sich, zum Beispiel die Automobilindustrie und das Bankwesen. Aber es gibt noch viel zu tun.

Im Vergleich zu anderen Branchen kämpfen die Versicherungen nach wie vor mit gewaltigen Produktivitätsproblemen. Es gelingt nur ganz wenigen Playern, hier echte Verbesserungen zu erzielen. Natürlich hört das niemand gerne, wir glauben aber, dass hier eine riesige Chance besteht, einen Wettbewerbsvorteil zu entwickeln.

Was machen die besten Versicherer, um ihre Produktivität zu steigern, und wie entwickeln sie innovative Lösungen für ihre Kunden?

Ein zentrales Differenzierungsmerkmal, das wir entdeckt haben, ist der Zugang zu Kunden. Traditionell haben Versicherer kaum auf kontinuierlicher Basis mit ihren Kunden kommuniziert und ihr Interesse geweckt. Die Folge waren eine geringe Kontakthäufigkeit und eine geringere Produktivität. Das ist ein Aspekt, über den die Industrie nachdenken muss, denn die Branchengrenzen verschwimmen immer weiter und der Kampf um die Aufmerksamkeit der Kunden wird härter.

Welchen Tipp haben Sie für die Unternehmen?

Die Zeit der Ungewissheit ist vorbei und wir treten jetzt in die Phase des digitalen Realismus ein. Allerdings gibt es wichtige operative Herausforderungen zu bewältigen. Um mit digitalen Technologien wirklich etwas zu bewirken, müssen Versicherer die Kunden in den Mittelpunkt aller neuen Produkte und Dienstleistungen stellen. Außerdem müssen sie industrieübergreifend nach neuen Wegen der Zusammenarbeit und Interaktion Ausschau halten, und sie müssen schnell und entschlossen handeln, um ein starkes, nachhaltiges Wertangebot für die Zukunft präsentieren zu können.

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