Pfefferminzia: Sie sind nun seit fünf Monaten als Geschäftsführer bei QBE Deutschland tätig. Wie beurteilen Sie die Lage des Unternehmens im Markt aktuell?

Andreas Krause: Obwohl wir ein weltweit agierender Konzern mit Hauptsitz in Australien sind und bereits seit zehn Jahren auch auf dem deutschen Markt agieren, haben wir noch nicht so richtig Fuß gefasst. Wir sind  noch unterrepräsentiert. Der deutsche Markt unterscheidet sich in seiner Struktur doch sehr vom angelsächsischen Raum. Das gilt es  künftig, vor allem auch bei der Produktentwicklung, einzubeziehen. Für ein mittel- und langfristiges Wachstum bestimmen wir jetzt die richtige Strategie. Derzeit sind wir noch stark auf Großmakler mit internationalen Kunden ausgerichtet. Makler dagegen mit hauptsächlich nationalen Kunden, und einem internationalen Anteil, waren eher weniger in unserem Fokus. Das wollen wir nun ändern.

Und wie?

Dazu planen wir, unter anderem unsere geografische Präsenz auszubauen. Aktuell sind unsere Standorte auf Düsseldorf und München begrenzt. Nun sollen weitere Standorte innerhalb der kommenden Jahre folgen. Um unsere Wachstumsstrategie zu realisieren, setzen wir natürlich auch auf zusätzliche Mitarbeiter. Beispielsweise suchen wir Risikoprüfer für die Sparte der Vermögensschäden. Allerdings ist unser Ansatz, einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Wir wollen uns als langfristig verlässlicher Partner im Bereich der Industrieversicherung etablieren. Der Makler muss uns vertrauen, wie sein Kunde ihm. Das geht nicht von heute auf morgen.

Wo sehen Sie das Alleinstellungsmerkmal von QBE?

Das eine Alleinstellungsmerkmal gibt es aus meiner Sicht nicht. Vielmehr ist es das Gesamtpaket, das QBE für einen Großmakler interessant macht. Wir gehören zu den 20 besten Versicherern und Rückversicherern weltweit. Unsere Zielgruppe sind vorrangig Großmakler, deren mittelständische Kunden zwischen 50 Millionen und 3 Milliarden Euro Jahresumsatz generieren. Diese sind meist auch international tätig. Dabei kommt uns unsere eigene weltweite Organisation zugute. Wir kennen eben auch die Märkte in Großbritannien oder den USA sehr gut.

Welches Verbesserungspotenzial haben Sie in den vergangenen Monaten entdeckt?

Das ist vor allem die bisher stark internationale Ausrichtung der Strategie hinter dem operativen Geschäft in Deutschland. Genau da setzen wir nun aber an. Die QBE Gruppe hat sich entschieden, ihre Präsenz in Kontinentaleuropa in den kommenden Jahren signifikant auszubauen.