Blühstreifen mit Wildblumen an Feldrändern verbessern die Biodiversität und Pflanzenvielfalt im Ackerbau. © picture alliance / Countrypixel | FRP
  • Von Manila Klafack
  • 23.01.2023 um 13:12
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Die biologische Vielfalt leistet für unsere Umwelt einen entscheidenden Beitrag – und diese Erkenntnis nehmen die Versicherer in ihrer aktuellen Nachhaltigkeitspositionierung auf. Zudem wollen die Versicherer ihre Vertriebspartner unterstützen, die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Welche Punkte noch angepasst wurden, erfahren Sie hier.

Künftig wollen die Versicherer den Schutz der Biodiversität bei ihren Nachhaltigkeitsstrategien vorantreiben. Dieser wichtige Punkt des Umwelt- und Klimaschutzes soll sowohl bei der Kapitalanlage als auch bei der Versicherung von Risiken berücksichtigt werden. So lautet einer der zentralen Beschlüsse im Rahmen der Nachhaltigkeitspositionierung, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verabschiedet hat.

Alle zwei Jahre prüft das GDV-Präsidium die Vorgaben zur Nachhaltigkeit und passt sie aufgrund der Erfahrungen der Unternehmen, dem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht sowie der fortschreitenden öffentlichen Debatte an. „Wir verstärken den Schutz von Umwelt und Biodiversität“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. „Und wir wollen konkrete Meilensteine für die Investment-Portfolios definieren. So leisten wir als wichtiger Treiber unseren Beitrag zu einer erfolgreichen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft“, so Asmussen.

Hier die wichtigsten Neuerungen der GDV-Nachhaltigkeitspositionierung im Überblick:
  • Künftig soll sowohl bei den Investitionen der Versicherer als auch bei der Zeichnung von Risiken darauf geachtet werden, dass die natürlichen Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen bewahrt werden. Das gilt insbesondere in schützenswerten Gebieten und bei Wirtschaftsaktivitäten, die natürliche Ressourcen stark beanspruchen.
  • Die Mitgliedsunternehmen sollen sich konkrete, messbare Zwischenziele zur CO2-Reduktion in den Investment-Portfolios setzen. Als Orientierung hierfür dient das ambitionierte und regelmäßig überarbeitete Target Setting Protocol der Net Zero Asset Owner Alliance (NZAOA). Demzufolge soll bis 2030 etwa bei den Aktien und gelisteten Unternehmensanleihen der Fußabdruck um 49 bis 65 Prozent reduziert werden. Der Verband wird die Emissionen in den jährlichen Nachhaltigkeitsberichten auch in Zukunft transparent darstellen.
  • Bei der Zeichnung von Risiken begleiten Versicherer den Transformationsprozess der Wirtschaft zur Klimaneutralität – im Einklang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, mit Expertise und konkreten Lösungsansätzen. Die internationalen Diskussionen zu Methoden und Kennzahlen zur Erhebung der versicherten Treibhausgas-Emissionen laufen bereits. Hier bringt sich der Sektor ein, um seine Fortschritte künftig transparent darstellen zu können
  • Bei den eigenen operativen Geschäftsprozessen der Versicherer sollen bis 2030 deutliche Reduktionsziele bei den indirekten Emissionen (Scope 3) umgesetzt werden. Damit verstärken wir unsere gemeinsamen Anstrengungen – die bisherigen Reduktionsziele in der Positionierung bezogen sich nur auf die Emissionen aus den selbst erzeugten und eingekauften Energiequellen (Scope 1 und 2).
  • Auch jene Unternehmen sollen den Frauenanteil in den Führungspositionen und -gremien erhöhen, die nicht den gesetzlichen Förder-Vorgaben unterliegen.
  • Die GDV-Mitgliedsunternehmen sollen ihre selbstständigen Vertriebspartner bei der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen unterstützen.

Und hier geht’s zur kompletten GDV-Nachhaltigkeitspositionierung.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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