Entspannt den Lebensabend zu genießen, ist das Ziel der meisten Deutschen. Dafür ist allerdings eine vernünftige Ruhestandsplanung Pflicht. © Nikada/ iStock
  • Von Redaktion
  • 01.11.2018 um 09:30
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In der Finanzberatung gewinnt die Ruhestandsplanung immer mehr an Bedeutung. Die Assekuranz setzt dazu auf spezielle Produkte. Muss sie auch, denn die Zielgruppe 50plus ist anspruchsvoll und benötigt clevere Konzepte.

Insbesondere die rechtliche Vorsorge, also Erben und Schenken, ist ein sehr wichtiger Block in der Beratung. Martin Doppler, auf die Ruhestandsplanung für Mediziner spezialisierter Berater bei MLP, erläutert ein praktisches Beispiel aus seiner Beratungspraxis: „Viele Mandanten möchten mit warmer Hand geben, da gibt es interessante Vertragslösungen, die anders als bei Schenkungen den Mandanten schützen und sein Kapital nicht komplett aus der Hand geben. Wenn Sie etwa einer Nichte, die nur über 20.000 Euro Freibetrag verfügt, 100.000 Euro für ihr Studium zukommen lassen möchten, bietet sich eine Gestaltung im Versicherungsmantel an. Sie und die Nichte werden Vertragspartner und Versicherungsnehmer. Sie packen 100.000 Euro hinein und übertragen stückweise über die Zeit, bis der Nichte irgendwann der ganze Vertrag gehört.“

Ruhestandsthemen oft kaum oder nur schlecht geregelt

Doppler arbeitet in der Ruhestandsplanung stets mit dem Steuerberater des Kunden zusammen und erläutert mit einer Art Probe-Steuererklärung zum Ruhestandszeitpunkt, welche Einnahmen der Kunde nach Steuern lebenslang haben wird. „Für die Ausgaben haben wir liquides Kapital in verschiedenen Töpfen verteilt. Die Planung umfasst alle Eventualitäten im Ruhestand. Wir brauchen dazu auch ein Testament“, so der MLP-Berater. Über ein Netzwerk an spezialisierten Anwälten, Notaren und Steuerberatern zu verfügen, empfiehlt sich in jedem Fall, denn bei Themen wie Patientenverfügungen,
Vorsorgevollmachten und zu Testamenten muss der Berater darauf achten, dass er nicht die Grenze zur unerlaubten Rechtsberatung überschreitet.

Ruhestandsplanung ist umfassend und vielschichtig. Für den Berater heißt dies: Da viele Ruhestandsthemen bei seinen Kunden kaum oder nur schlecht geregelt sind, bieten sich ihm sehr gute Ansprache- und  Einstiegsmöglichkeiten in die Thematik. Er benötigt entsprechend weitreichende Fachkenntnisse und verfügt dann über vielfältige Möglichkeiten der Umsetzung. Die Zielgruppe wächst zudem ständig, die Vorteile einer Spezialisierung auf diesen Beratungsansatz liegen daher auf der Hand. Von den befragten Pfefferminzia-Lesern agieren 84,6 Prozent in der Ruhestandsplanung, rund 60 Prozent vermitteln mindestens einmal wöchentlich einen entsprechenden Versicherungsvertrag.

48 Prozent der Geringverdiener ohne Finanzplan für die Altersvorsorge

Denn der Bedarf ist da: Nach einer Studie des Versicherers Aegon sieht sich die Mehrheit der Deutschen nicht ausreichend auf den Ruhestand vorbereitet, was die Finanzen angeht: Lediglich 37 Prozent glauben, dass sie finanziell ausreichend vorgesorgt haben. Vor fünf Jahren glaubte dies noch jeder Zweite. Nur 18 Prozent wissen überhaupt genau, welche Einkünfte sie im Alter haben werden. 76 Prozent wünschen sich aber, einen finanziellen Überblick zu haben. Hier kann der Berater sehr effektiv ansetzen. Lediglich 12 Prozent der von Aegon Befragten haben ein schriftliches Finanzkonzept ausgearbeitet, 47 Prozent haben zumindest einen Plan im Kopf. 36 Prozent haben keinerlei Konzept. Das Problem: Gerade bei finanziell schlechter gestellten Menschen ist dieser Wert höher. So sind 48 Prozent der Geringverdiener ohne rechten Plan, der Anteil von Frauen und Teilzeitbeschäftigten ist mit jeweils 41 Prozent ebenfalls höher. Doch genau diese Bevölkerungsgruppen müssten sich mehr um ihre Altersvorsorge kümmern.

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