Rentner in Deutschland Ist die Sorge vor Altersarmut unbegründet?

Grundsicherung im Alter: Manch ein Experte hält das Schreckgespenst Altersarmut für übertrieben.
Grundsicherung im Alter: Manch ein Experte hält das Schreckgespenst Altersarmut für übertrieben. © dpa/picture alliance

So manche Renten-Experten halten die von Verbrauchern oft geäußerte Sorge vor Altersarmut für unbegründet. Zwar sei die Zahl der Bezieher eine Grundsicherung im Alter in den vergangenen Jahren gestiegen. Allerdings von einem niedrigen Niveau aus.

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„Altersarmut ist derzeit ein zu vernachlässigendes Problem in Deutschland", meint Bernd Raffelhüschen. In einem Online-Artikel der Süddeutschen Zeitung (SZ) äußert sich der Finanzwissenschaftler und Professor an der Universität Freiburg sehr deutlich zu dem immer wieder auftauchenden Schreckgespenst der Altersarmut.

„Es gibt keine Altersgruppe in Deutschland, die so wenig von Armut bedroht ist, wie die Rentner", sagt er gegenüber SZ online. Dabei warnt er vor Panikmache und Populismus und verweist auf die Armutsgefährdung von Kindern, die fünfmal so hoch sei wie die der Rentner.

Rentenreformpläne sind laut Raffelhüschen falsch

Der Ökonom Bruno Kaltenborn unterstützt die Aussage Raffelhüschens mit Zahlen. Auf einer Veranstaltung der Deutschen Rentenversicherung führte er aus, dass es zwar bisher in jeder Rentengeneration mehr Bezieher von Grundsicherung gab als in der vorherigen, allerdings liege das Plus bei den jüngsten Rentnerjahrgängen nur bei rund 0,26 Prozentpunkten bei den Männern und 0,18 Prozentpunkten bei den Frauen.

Die Pläne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, eine Grundrente einzuführen, findet Bernd Raffelhüschen falsch. Er gesteht zwar ein, dass die Armutsgefährdung der Älteren zunehmen würde, aber damit nähere sie sich lediglich der der Gesamtbevölkerung an. Durch eine Grundrente würden arme Rentner nur besser behandelt als arme Arbeitslose, arme Alleinerziehende oder arme Kinder.

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