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Provisionsdeckel bei Lebensversicherung Das sagen Makler zu den Plänen der Bafin

Bafin-Gebäude in Frankfurt am Main: Die Pläne der Finanzaufsicht für einen Provisionsdeckel stoßen bei Maklern auf wenig Gegenliebe.
Bafin-Gebäude in Frankfurt am Main: Die Pläne der Finanzaufsicht für einen Provisionsdeckel stoßen bei Maklern auf wenig Gegenliebe. © Bafin

Die Pläne der Bafin zu einer Provisionsobergrenze bei der Vermittlung von Lebensversicherungsverträgen stoßen bei hiesigen Maklern auf Protest. Das bestätigt eine Umfrage unter Branchenangehörigen. Hier die Ergebnisse.

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Die Pläne der Bafin zum Provisionsdeckel bei Vermittlung von Lebensversicherungsverträgen schmecken den meisten Maklern nicht. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage.

Die deutsche Finanzaufsicht schlägt vor, dass Vermittler von Lebensversicherungen von den Versicherern maximal 2,5 Prozent der Beitragssumme als Grundvergütung erhalten sollen. 1,5 Prozent können hinzukommen, wenn die Makler bestimmte Kriterien erfüllen: Ihre Kunden sollten die Verträge im Nachhinein nur selten stornieren und es sollte möglichst wenig Beschwerden über sie geben.

Der geplante Vergütungsdeckel stößt unter Vermittlern allgemein auf wenig Gegenliebe. Das Branchenmagazin "Versicherungstip" stellte seinen Lesern zu dem Thema kürzlich drei Fragen. Die Antworten beweisen, dass die Mehrheit der potenziell Betroffenen von den Bafin-Ideen wenig hält:

  1. Kunden erwirtschaften wegen Niedrigzinsen heute weniger Rendite aus Lebensversicherungsverträgen als früher. Sollten Berater mittels Provisionsdeckel also geringer vergütet werden, damit im Gegenzug mehr Ertrag an ihre Kunden fließt? Auf diese Frage kommt von Maklern ein ziemlich klares Nein, 95 Prozent sprechen sich dagegen aus. „Es ist nicht machbar, immer mehr administrative Aufwendungen zu haben, d.h. steigende Kosten, immer mehr Haftungspotential, bei gleichzeitig seit Jahren sinkenden Provisionssätzen“, kommentiert das einer der teilnehmenden Makler.
  2. Die zweite Frage betrifft den konkreten Vergütungsvorschlag der Bafin: 2,5 Prozent reguläre und 1,5 Prozent zusätzliche Vergütung unter bestimmten Voraussetzungen. Den Vorschlag halten nur 9 Prozent der Befragten für sachgerecht. 91 Prozent glauben hingegen, dass Makler, die nur 2,5 Prozent Vergütung erwirtschafteten, ohne den zusätzlichen Aufschlag, in Existenznöte gerieten. Kosten sollten woanders eingespart werden, finden einige Umfrageteilnehmer. Einer schreibt zum Beispiel: „Das Problem sind nicht die Vergütungen, sondern Finanzvertriebe, die alte laufende Verträge prinzipiell ‚platt‘ machen, ohne Rücksicht auf Verluste der Kunden.
  3. Um sich für die 1,5 Prozent Zusatzprovision, also insgesamt 4 Prozent Provision zu qualifizieren, sollen Makler nach Bafin-Plan geringe Storno- und Beschwerdequoten vorweisen können. Dass das sinnvolle Qualitätskriterien sind, glauben nur 10 Prozent der von „Versicherungstip“ Befragten: Kunden könnten schließlich auch mit der Produktleistung unzufrieden sein oder einen Vertrag wegen unvorhersehbarer Lebensereignisse stornieren. „Ich hoffe, die Verbünde führen Sammelklage gegen diesen Schwachsinn“, kommentiert ein weiterer Umfrageteilnehmer zusammenfassend die Pläne der Bafin.

Hintergrund

Die Bundesregierung will einen Provisionsdeckel bei der Vermittlung von Lebensversicherungen einführen und begründet dies damit, die Vertriebskosten in der Lebensversicherung senken zu wollen. Die Finanzaufsichtsbehörde Bafin hat dazu konkrete Ideen ausgearbeitet.

Die Reaktionen auf die Pläne sind geteilt aus: Während der Vermittlerverband AfW die Ideen klar ablehnt, wird beim Maklerpool Fonds Finanz vorsichtiges Verständnis geäußert und vermutet, dass die Bafin auf diese Weise ein generelles Provisionsverbot verhindern will. Klar für eine Deckelung tritt dagegen der Verbraucherverband BdV ein.

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