Christian Thimann ist Geschäftsführer des Bestandskäufers Athora Deutschland. © Athora Deutschland Gruppe
  • Von Karen Schmidt
  • 26.05.2020 um 16:31
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 01:05 Min

Für das kommende Jahr ist eine erneute Senkung des Höchstrechnungszinses in der Lebensversicherung geplant. Derzeit steht er bei 0,9 Prozent – 0,5 oder sogar 0,25 Prozent könnten es werden. Eine Beitragsgarantie ist dann kaum noch darstellbar, sagt Christian Thimann, Geschäftsführer des Bestandskäufers Athora Deutschland.

Laut Christian Thimann, Geschäftsführer der Athora Deutschland Gruppe, steht der deutsche Lebensversicherungsmarkt vor einem Umbruch. Der Grund: die geplante Senkung des Garantiezinses im kommenden Jahr. Die Folge: „Die neuerliche Absenkung stellt die Beitragsgarantie infrage. Daher entsteht daraus so viel Handlungsdruck. Zwischen 0,9 Prozent wie bisher und 0,5 oder gar 0,25 Prozent künftig liegt rein rechnerisch kein allzu großer Unterschied, könnte man meinen. Aber mit einem Rechnungszins von 0,9 Prozent lässt sich gerade noch eine 100-Prozent-Beitragsgarantie darstellen. Mit 0,5 Prozent oder weniger können Versicherer bei den anfallenden Kosten diese Beitragsgarantie nicht mehr aufrechterhalten“, so Thimann gegenüber dem Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA).

So viel zum Neugeschäft. Wie sieht es aber mit den Altbeständen aus? „Es gibt 80 Lebensversicherungen und 130 Pensionskassen. Einige von ihnen stehen unter verschärfter Beobachtung der Bafin. Die Situation ist daher heterogen. Einige Unternehmen haben sich wieder stabilisiert. Sie haben sich erfolgreich im Neugeschäft den fondsbasierten Produkten zugewandt oder die Kosten erheblich gesenkt. Andere wiederum beschäftigt die Frage, wie sie mit ihren Altbeständen am besten umgehen, vor allem wenn kein Neugeschäft mehr geschrieben wird“, so Thimann weiter.

Der Athora-Chef glaubt, dass sich rund ein Viertel bis ein Drittel der Versicherer ernsthaft Gedanken darüber machen muss, was sie mit ihren alt Beständen machen. Nicht immer muss das aber in einem Verkauf der Verträge enden, meint er. „Auch eine interne Lösung oder eine Kapitalverstärkung kommen infrage. Allerdings sind diese Lösungen häufig sehr kostspielig und stehen manchmal im Widerspruch zu notwendigen Investitionen in Neugeschäft“, so Thimann.

autorAutorin
Karen

Karen Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

smiley-icon

achtung: Sie nutzen einen veraltete Version des Internet Explorer und daher kann es eventuell zu fehlerhaften Darstellungen kommen. Wir empfehlen den Internet Explorer zu aktualisieren oder Google Chrome zu nutzen.

verstanden!