Ein Büro von Check24: Die Beliebtheit von Vergleichsportalen schwankt je nach Produkt. © dpa/picture alliance
  • Von Juliana Demski
  • 24.02.2020 um 12:32
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Je komplizierter und erklärungsbedürftiger ein Finanzprodukt ist, desto weniger setzen die Kunden hierzulande auf Vergleichsportale für den Abschluss. Laut einer aktuellen Analyse schließen Neukunden nicht einmal jeden zehnten Finanzvertrag über Vergleichsportale ab.

Wer hierzulande nach einem Finanzprodukt sucht, kauft das nur in 8 Prozent der Fälle bei einem Vergleichsportal – die Beliebtheit schwankt dabei je nach Produkt. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Ipsos Finanzmarktpanels.

Während im Bereich der Reiserücktritts- und Auslandskrankenversicherung beispielsweise sogar 37 Prozent der Kunden ein Vergleichsportal wie Check24 oder Verivox nutzen, sind es bei den komplizierteren Policen wie einer Rechtsschutz- oder Haftpflichtversicherung nur 21 beziehungsweise 19 Prozent. Geht es um die private Altersvorsorge, so vergleichen sogar nur 4 Prozent Angebote im Internet.

Auch bei Bankprodukten hängt die Abschlussrate vom jeweiligen Produkt ab: Kunden suchen im Netz vor allem nach Tages- und Festgeldkonten (25 Prozent beziehungsweise 30 Prozent aller Neuabschlüsse), aber auch nach Raten- (24 Prozent) und Hypothekendarlehen (21 Prozent). Girokonten hingegen vergleichen sie in 10 Prozent der Fälle. Im Bereich der Bausparverträge sind es sogar nur 4 Prozent.

Es zeigt sich:

Der direkte Kundenkontakt bleibt das A und O für Neukunden im Finanzsektor – sei es mit Ansprechpartnern innerhalb und außerhalb des Finanzunternehmens, oder auch über die Homepages der Banken, Versicherungen und Bausparkassen.

„Hört man das Wort Vergleichsportal, denkt man unmittelbar an Check24. Allein im ersten Halbjahr 2019 investierte der Marktführer laut Berechnungen von XAD Spoteffects rund 78,6 Millionen Euro für TV-Werbemaßnahmen, um eine hohe Penetration zu erreichen und die Markenbekanntheit weiter zu steigern“, sagt Robert Kraus, verantwortlicher Manager des Ipsos Finanzmarktpanels.

Und weiter:

„Trotzdem werden Check24 und Co. vor allem bei komplexeren Bank- und Versicherungsprodukten nach wie vor eher als Informationsquelle herangezogen, der Abschluss erfolgt meist anderweitig. Damit bestätigt sich das primäre Geschäftsmodel der Vergleichsportale, in erster Linie durch die gezielte Platzierung von Anbieterinformationen Kontakte für ihre Geschäftskunden zu generieren. Eine Strategie, die sich nach unseren Erkenntnissen voll auszahlt“, so Kraus.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

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