Die Autoren des Young-Money-Blog von „Spiegel Online“ haben mit Unterstützung der Verbraucherzentrale NRW beispielhaft berechnet, wie viel Geld junge Durchschnitts-, Besser- und Geringverdiener zurücklegen sollten. Demnach gelten die Berechnungen für 22-Jährige, die im Alter 70 Prozent ihres Nettogehalts zur Verfügung haben möchten.

Als Durchschnittsverdienerin muss die Controllerin Lara herhalten, 22 Jahre jung, Single, nicht in der Kirche. Laut dem Beispiel verdient sie exakt das, was dem deutschen Durchschnittsgehalt entspricht: 3.242 Euro brutto, macht 2.091 Euro netto – aufgrund einer angenommen jährlichen Lohnsteigerung von 2 Prozent kommt im Jahr 2064 ein Nettogehalt von 5.096 Euro heraus. Davon werden besagte 70 Prozent herangezogen, macht also 3.567 Euro, die Neurentnerin Lara Monat für Monat benötigt.

Was davon steuert nun die gesetzliche Rente zu?

Der Einfachheit halber nehmen die Autoren an, dass Laras Lohnsteigerungen immer genauso ausfallen, dass sie jedes Jahr genau einen Rentenpunkt erhält – exakt der Wert, den es für einen Durchschnittsverdienst pro Jahr gibt. Sie erwirbt damit ab 2064 einen Rentenanspruch von knapp 2.516 Euro netto pro Monat (nach Steuerabzug).

„Dadurch ergibt sich für Lara eine Rentenlücke von 1.051 Euro (3.567 Euro minus 2.516 Euro)“, schlussfolgern die Autoren. Diesen Betrag müsse sie durch private Vorsorge selbst abdecken. Und: Lara will bis zu einem Alter von 85 Jahren abgesichert sein.

85 Jahre. An diesem Punkt dürfte so mancher Versicherungsvermittler ins Grübeln kommen. Ob man den Sparhorizont nicht besser um fünf Jahre ausdehnt? Denn schon heute gehen Prognosen davon aus, dass 81 Prozent der heute 50-jährigen Frauen ihren 80. Geburtstag feiern können (wir berichteten). Und mehr als jedes dritte Mädchen (37 Prozent), das heute geboren wird, kann dieser Prognose zufolge vermutlich seinen 100. Geburtstag feiern.