Für Manager gibt es in ihrem zahlreiche Risiken, wie einen Vertragsabschluss, die einen Schadenersatzanspruch nach sich ziehen können. Daher ist eine individuelle D&O-Versicherung entscheidend. © picture alliance/ blickwinkel/ McPHOTO/ADR
  • Von Manila Klafack
  • 12.10.2020 um 12:36
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Der Markt für sogenannte Directors & Officers-Versicherungen (D&O) wird für Kunden schwieriger. Bestimmte Haftungsfälle werden kaum noch abgedeckt, für andere werden die Prämien deutlich erhöht. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Marktes durch den Versicherungsmakler Aon hervor. Hier kommen die Hintergründe.

Für die Manager-Versicherung, im Fachjargon als Directors & Officers-Versicherungen (D&O) bekannt, werden die Prämien vermutlich erheblich steigen. Auch beim Deckungsumfang werden sich Versicherungsnehmer wohl auf harte Verhandlungen mit den Versicherern einstellen müssen. Zu diesen Ergebnissen kommt der jüngste Marktreport des Versicherungsmaklers Aon.  

Demnach wird der Versicherungsschutz von Vorständen, Geschäftsführern und Aufsichtsräte bei Schadenersatzansprüchen für all jene, die in der nächsten Zeit neue Verträge abschließen müssen, schwieriger.

Zwar seien die Haftungsrisiken für Manager nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie größer geworden, doch die Versicherer ziehen sich zunehmend aus dieser Sparte zurück. So sind laut Aon die Kapazitäten in dem Bereich um rund 50 Prozent zurückgegangen. Das wiederum führe zu deutlichen Preissteigerungen.

Prämien haben sich bereits verdoppelt

Der Aon D&O-Preis-Index zeige, dass sich die Prämien mit einen durchschnittlichen Steigerungssatz von 102,7 Prozent im ersten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt haben. Im zweiten Quartal lag dieser Steigerungssatz zum Vorjahreszeitraum bei 74,4 Prozent.

Gleichzeitig würden die Versicherer versuchen, den Umfang der Deckung zu reduzieren und angeblich auf den Kern der Managerhaftung zurückzuführen. Dabei würden vermeintlich kleine Änderungen bei den Vertragsverlängerungen erhebliche Risiken für einen Manager bergen können. Aon nennt hier das Beispiel der Absicherung von Sachverhalten aus der Vergangenheit.

Deckungsausschlüsse an der Tagesordnung

Auf Deckungsausschlüsse und gezielte Fragestellungen, insbesondere im Bereich Insolvenz-, Cyber- und Covid-19-Risiken, müssen sich die Versicherungskunden ebenfalls einstellen. Die Experten von Aon haben zudem festgestellt, dass Versicherer sich oftmals nicht detailliert mit dem konkreten Risiko eines Kunden auseinandersetzen. Vielmehr würden Deckungen automatisch bei sogenannten Problembranchen automatisch erfolgen oder die Prämien würden automatisch erhöht.

„Kunden müssen sich darauf einstellen, dass bei der Vertragsverlängerung wesentlich umfassender Informationen bereitgestellt werden müssen“, fast Marcel Roeder, Chief Broking Officer Specialty bei Aon in Deutschland, zusammen. „Unbedingt sollte sowohl für die Ausschreibung als auch die Vertragsverhandlungen mehr Zeit eingeplant und vor allem die technischen Auswirkungen von Änderungen sorgsam geprüft werden”, lautet Roeders Tipp. Ein zu enges Zeitfenster könne die Verhandlungsposition des Versicherungsnehmers ebenso schwächen, wie unerkannte Versicherungslücken bei künftigen Schadenfällen.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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