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Hans-Georg Jenssen (zweiter von links), Chef Maklerverbandes BDVM, fordert ein versicherungsrechtliches Gegengewicht zu Deutschlandrente und Co. © Pfefferminzia
  • Von Lorenz Klein
  • 06.11.2019 um 17:44
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lesedauer Lesedauer: ca. 01:50 Min

Der Maklerverband BDVM hat die Versicherungswirtschaft dazu aufgerufen, ein eigenes Gegengewicht zu versicherungsfernen Altersvorsorge-Ideen wie Deutschlandrente oder Extra-Rente zu schaffen. Der Druck auf den Versicherungsverband GDV ist nicht zuletzt durch die neuen Vorschläge des CDU-Sozialflügels zur privaten Altersvorsorge gestiegen.

Hans-Georg Jenssen, Chef des Maklerverbandes BDVM, hat in der vergangenen Woche im Rahmen eines Pressegesprächs in Hamburg einen Befreiungsschlag von der Lebensversicherungswirtschaft gefordert. „Andere leben Modelle vor“, warnte Jenssen mit Blick auf die Deutschlandrente und die Extra-Rente – in beiden Fällen handelt es sich um Produktkonzepte zur privaten Altersvorsorge, bei denen die Versicherer außen vor sind.

„Wir geben Anregungen“

Jenssen gab sich alarmiert, dass die Befürworter der Deutschlandrente und der Extra-Rente derzeit prüften, wie sie ihre Vorschläge zusammenlegen könnten. Dabei gehe es vor allem um eine Vereinfachung der Ansätze. „Es wäre schön, wenn man breiten Bevölkerungskreisen versicherungsrechtlich geprägte Lösungen anbieten kann“, gab Jenssen seiner Hoffnung Ausdruck – und machte zugleich deutlich, dass der Ball im Spielfeld der Versicherer liegt.

„Uns als Makler treibt um, dass wir bei den Produkten nicht im ,Driver Seat‘ sitzen. Wir sind darauf angewiesen, dass uns jemand ein Set von vernünftigen Lösungen zur Verfügung stellt, die wir dann miteinander kombinieren können“, sagte der BDVM-Chef, der die eigene Rolle so verstanden wissen will: „Wir geben Anregungen.“

Bei dieser Anregung, die der Maklerverband dem Versicherungsverband GDV unterbreitet hat, handelt es sich im Kern um ein standardisiertes, einfaches Riester-Produkt. Damit habe man „eine gute Chance in der politischen Debatte“, gab sich Jenssen überzeugt, der einräumte, dass viele die Riester-Rente als gescheitert ansehen.

Riester soll sozialen Wohnungsbau befördern

Konkret sieht das Konzept vor, dass die eingenommenen Riester-Beiträge von den Lebensversicherern „künftig systematisch in den sozialen Wohnungsbau“ fließen sollen. Nach 20 Jahren soll dem Riester-Sparer ein Vorzugswohnrecht in einer der von den Unternehmen finanzierten Wohnungen eingeräumt werden.

Und was sagt der Adressat dazu? Der GDV habe den Vorschlag „zur Kenntnis genommen“, so Jenssen und er hoffe nun darauf, dass sich der Verband „auf irgendetwas, dass der ganzen Sache eine Strahlkraft gibt, einigen wird“.

GDV will Riester verbessern – und erteilt Laumann-Vorschlag eine Absage

Immerhin hat sich der GDV schon mal dahingehend geäußert, dass ihm daran gelegen sei, die Schwachstellen der Riester-Rente zu beseitigen – und erklärte dabei auch, was man nicht wolle. So erntete die Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) für ihren Vorschlag zur Einführung einer verpflichtenden privaten Altersvorsorge (wir berichteten) deutliche Kritik:

„Der Vorschlag einer spekulativen Staatsrente geht an den Bedürfnissen der Menschen vorbei. Alle Umfragen belegen, dass Sicherheit für die Deutschen das wichtigste Kriterium bei ihrer privaten Altersversorgung ist. Wer Bürger zwangsweise auf die Aktienanlage für die Altersvorsorge festlegt, muss ihnen nach dem nächsten Börsencrash erklären, was mit ihrem Ersparten passiert ist und was das für ihre Rente bedeutet“, ließ GDV-Pressesprecher Christian Ponzel mitteilen.

Stattdessen plädiert Ponzel für eine Öffnung der Riester-Rente für alle Sparer und eine Mindestförderung in Höhe von 50 Cent für jeden Euro, eine Verschlankung der Verwaltung sowie einen deutlich vergrößerten Anlagespielraum für die Anbieter.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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