Ist Geschäftsführer des Erstversicherungsmaklers bei Aon Deutschland: Hartmuth Kremer-Jensen. © Aon
  • Von Juliana Demski
  • 08.09.2020 um 18:32
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In seinem diesjährigen Marktreport hat sich das Beratungsunternehmen Aon unter anderem mit der Zukunft der Industrieversicherung beschäftigt. Das Ergebnis: Seit Jahren steigen die Preise und Ausschlüsse, während die Kapazitäten sinken – und eine Ende ist nicht in Sicht. Die Studienautoren sprechen von „radikalen“ Einschnitten für Industriekunden.

Die aktuelle Ausgabe des Aon-Marktreports zeigt: Der Druck auf die Industrieversicherer hierzulande wächst weiter. Vor allem in den Sparten Sach-, Haftpflicht- und Transportversicherung seien die Ergebnisse „defizitär“, schreiben die Studienautoren. Das mache sich vor allem durch die seit 2018 stetig wachsenden Preise bemerkbar – zuerst in der Feuerversicherung, dann in der D&O-Versicherung. Mittlerweile seien fast alle Sparten betroffen.

Gleichzeitig stellten die Versicherer in vielen Bereichen deutlich weniger Kapazitäten zur Verfügung oder versuchen Cyber- und Pandemie-Ausschlüsse durchzusetzen. „Immer mehr Versicherer lösen Cyber-Risiken vollständig aus den konventionellen Sach- und Haftpflichtversicherungssparten heraus, um sogenannte Silent-Cyber-Risiken zu reduzieren“, erklärt Hartmuth Kremer-Jensen, Geschäftsführer des Erstversicherungsmaklers bei Aon Deutschland.

Diese sogenannten Silent-Cyber-Risiken sind Risiken, deren Deckung nicht explizit ein-, aber auch nicht ausgeschlossen sind, weil sie zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses schlicht nicht verbreitet oder bekannt waren.

Das Problem: Solche Ausschlüsse führten zu gefährlichen Versicherungslücken, so Kremer-Jensen weiter. „Löst beispielsweise eine Schadsoftware einen Brand aus, ist der Schaden weder in der Sachversicherung noch einer Spezialdeckung wie der Cyber-Versicherung abgesichert.“

Eine weitere Erkenntnis der Studienautoren: Auch Konditionen für die Deckung von Betriebsschließungen infolge einer Pandemie dürften sich immer mehr verschlechtern. Branchen, die durch eine Pandemie besonders gefährdet seien, könnten bald überhaupt keinen Versicherungsschutz mehr erhalten.

„Mit der Zahl der Risiken, die aus Sicht der Assekuranz nicht mehr versichert werden können, denken immer mehr Unternehmen über alternative Möglichkeiten des Risikotransfers nach“, ergänzt Kremer-Jensen. „Einige unserer Kunden beschäftigen sich ernsthaft mit der Gründung von firmeneigenen Versicherern, sogenannten Captives, und prüfen die Voraussetzungen hierzu.“

>>> Hier geht es zum vollständigen Marktreport 2020.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

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