Lars Fuchs vom Maklerversicherer rhion.digital meint, dass jeder im Kleinen wie im Großen seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. © rhion.digital
  • Von Manila Klafack
  • 05.04.2022 um 12:12
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Den CO2-Ausstoß deutlich zu verringern, zählt zu den wichtigsten Zielen auf dem Weg, die Erde zu schützen. Was kleine und große Versicherer hier tun können, und wie er darüber denkt, dass Vermittler ihre Kunden künftig über ihre Wünsche in Sachen Nachhaltigkeit befragen müssen, darüber sprach Pfefferminzia mit Bereichsleiter Lars Fuchs vom Maklerversicherer rhion.digital.

Pfefferminzia: Überall liest man heutzutage über CO2-Neutralität. Wie wichtig ist das Thema in der Versicherungsbranche?

Lars Fuchs: Ich würde das Thema nicht auf den Begriff der CO2-Neutralität verengen wollen, sondern lieber von Nachhaltigkeit insgesamt sprechen. Das Wort deckt die ganze Bandbreite dessen ab, was die Branche mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit unseres Planeten bewegt – angefangen beim Klimaschutz. Wir selbst, also die RheinLand Versicherungsgruppe, zu deren Markenfamilie rhion.digital gehört, haben uns bereits früher mit der CO2-Neutralität des Geschäftsbetriebs auseinandergesetzt. Wir konnten 2011 dieses Ziel unter den damaligen Gegebenheiten erstmals erreichen. Aufgrund veränderter Parameter haben wir zuletzt einen neuen Anlauf genommen, indem wir die Kohlendioxid-Emissionen für unseren Standort Neuss für 2021 vollständig kompensiert haben. Und wir bleiben dran, dieses Ziel nun Jahr für Jahr zu erreichen.

Welchen Einfluss können Versicherer nehmen, um dem Klimawandel zu begegnen?

Die Folgen von Extremwetterlagen und klimatischen Veränderungen betreffen Versicherer unmittelbar. Die Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021 steht uns allen noch vor Augen. Bereits 2019 hat sich der Branchenverband GDV mit „Sieben Positionen deutscher Versicherer zu den Folgen des Klimawandels“ zu Wort gemeldet. Unabhängig davon ist sicherlich jedes einzelne Unternehmen, jeder Mensch gefordert – im Kleinen, wie im Großen – Verantwortung zu übernehmen, und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Es ist also die Summe der Dinge, die den Effekt bringt.

Bei dem Begriff Nachhaltigkeit geht es nicht nur um den ökologischen Aspekt, auch soziale Faktoren gehören dazu. Wo sehen Sie in diesem Punkt die Versicherer?

Für „die Versicherer“ kann ich hier stellvertretend nicht das Wort ergreifen. Mit Blick auf rhion.digital und die Gesellschaften der RheinLand Versicherungsgruppe, möchte ich auf den Nachhaltigkeitsbericht der RheinLand-Gruppe verweisen. Und ich würde gerne die These in den Raum stellen, dass das Versicherungsprinzip an sich schon Nachhaltigkeit pur ist: Viele Menschen sind seit Jahrzehnten und generationsübergreifend bei ein und derselben Gesellschaft versichert, weil sie davon ausgehen, einen verlässlichen Partner, einen Lebensbegleiter, an ihrer Seite zu haben. Als Versicherer steht man somit in der besonderen Verantwortung, die mittel- und langfristigen Folgen des eigenen Tuns stets im Blick zu behalten, und damit „nachhaltig“ zu agieren.

Stichwort „grüne Produkte“: Stellen Sie bereits eine verstärkte Nachfrage seitens der Kunden beziehungsweise der Vermittler fest?

Ja, hier wie dort nimmt die Erwartungshaltung zu, sodass wir VersicherungenANZEIGE anbieten, die nachhaltige Leistungen beinhalten. Die Entwicklung von „bessergrün“ als Marktplatz auch für nachhaltige Versicherungsprodukte ist hierfür ein Beispiel. Die Idee, für jeden neuen Vertrag einen Baum zu pflanzen – und dies innerhalb Deutschlands an ausgewählten Standorten – ist so einfach wie überzeugend. Die Partner von „bessergrün“ unterliegen mit Blick auf ihre Nachhaltigkeitskriterien einer hohen Selbstverpflichtung. Damit soll belegt werden, dass mit „bessergrün“ kooperierende Unternehmen ihr Engagement ganzheitlich angehen und nicht nur punktuell einem aktuellen Trend folgen.

Was empfehlen Sie Vermittlern in ihrer Beratung hinsichtlich der Umsetzung der Transparenzverordnung zu verändern, und sich auf August 2022 vorzubereiten?

Die Verordnung verpflichtet Finanzmarktteilnehmer und Finanzberater, Versicherte beziehungsweise Neukunden nachvollziehbar über ihre individuellen Wünsche zu nachhaltigen Versicherungsprodukten oder Anlagemöglichkeiten zu informieren. Risiken, die aus diesem nachhaltigen Ansatz entstehen könnten, sind im Investmentprozess und in den Finanzprodukten zu berücksichtigen, also beim Kunden explizit abzufragen. Ich gehe davon aus, dass sich unsere Vertriebspartner, sofern sie auch Finanzberatung betreiben, sich entsprechend professionell – etwa durch Weiterbildungen – auf die Verordnung vorbereiten. Dennoch spielt selbstverständlich eine nachhaltigere Produktwelt bei allen Versicherungssparten eine immer größere Rolle als früher. Hier müssen die Anbieter aktiv werden. Als Sachversicherer sind wir allerdings in anderer Weise gefordert als es Lebensversicherer sind – und engagieren uns entsprechend.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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