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Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Palma auf Mallorca: Die Deutschen würden zuerst an ihrer Reiseversicherung sparen © picture alliance/dpa | Clara Margais
  • Von Andreas Harms
  • 16.05.2023 um 09:11
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lesedauer Lesedauer: ca. 01:45 Min

Auch in diesem Jahr wollte das Software-Unternehmen Guidewire wissen, wie die Deutschen über die Versicherungsbranche denken und was sie erwarten. Und wie sie am liebsten in Kontakt treten würden.

Versicherungsnehmer in Deutschland wünschen sich, dass Versicherer nachhaltige Produkte anbieten und sich stärker in den Klimaschutz einbringen. Das geht aus einer Studie hervor, für die das Marktforschungsunternehmen Census im Auftrag des Software-Unternehmens Guidewire auch in diesem Jahr über 4.000 Verbraucher in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Spanien befragte. Unter denen – nebenbei bemerkt – die Deutschen zuletzt die meisten Schadenfälle verzeichneten: 45 Prozent von ihnen haben in den vergangenen zwölf Monaten eine Versicherung in Anspruch genommen.

Außerdem kam heraus, dass eine Mehrheit der Befragten sogar höhere Prämien in Kauf nehmen würde, wenn das Produkt dafür nachhaltig ist (diese Frage wurde nur in Deutschland gestellt). Wobei das bei den Befragten zwischen 25 und 34 Jahren auf 78 Prozent zutrifft, und bei den Über-55-Jährigen auf 55 Prozent.

Der ebenfalls eingangs erwähnte Wunsch nach Klimaschutz ist deutlich weniger ausgeprägt. 36 Prozent der Deutschen wünschen sich, dass Versicherer andere Unternehmen beeinflussen, wenn diese viele Ressourcen verbrauchen. Auch wenn das recht überschaubar wirkt – vor einem Jahr waren es noch 5 Prozentpunkte weniger.

Doch Guidewire hat auch die Antihaltung ausgewertet. So findet jeder dritte Brite (34 Prozent), dass es eben nicht Aufgabe der Versicherer ist, den Klimawandel zu bekämpfen. In Deutschland und Frankreich finden das nur 16 Prozent und in Spanien nur 11 Prozent. Landesübergreifend meinen 20 Prozent der Befragten, dass Versicherer Projekte mit fossilen Brennstoffen nicht mehr versichern sollten.

Reise-, Fahrrad- und Datenschutzversicherungen auf der Streichliste

An anderer Stelle dreht sich die Umfrage direkt ums Geschäft der Versicherer. Denn mehr als jeder zweite Befragte aus Deutschland (56 Prozent) hält es für sehr oder zumindest einigermaßen wahrscheinlich, demnächst die Ausgaben für Versicherungen zu kürzen. Das sind so viele wie im Vorjahr. Und wo würden sie kürzen? Bei Reise- (40 Prozent), Fahrrad- (34 Prozent) und Datenschutzversicherungen (25 Prozent).

Hinauf ging es indes mit dem Image der Branche. In Deutschland schätzen 37 Prozent die Produkte ihrer Versicherer und fühlen sich von ihnen verstanden. Ein Jahr zuvor hatten nur 20 Prozent dieses Gefühl. 32 Prozent finden Versicherungen nötig, aber lästig. Mit dem Kundenservice zeigen sich unverändert 70 Prozent der Befragten zufrieden.

Am liebsten am Telefon

Und den hätten nach wie vor die meisten gern auf die altmodische Art. Denn 56 Prozent möchten sich telefonisch bei ihrer Versicherung melden, wenn sie einen Schaden haben. Per E-Mail würden das 48 Prozent tun und im Gespräch über Videotelefonie oder direkt 29 Prozent. Soziale Medien bevorzugen beispielsweise nur 12 Prozent.

Auch in Hinblick auf ihre Daten lockern sich die Deutschen ein wenig. Noch im Jahr 2022 gaben 27 Prozent an, sie würden nicht verstehen, weshalb Versicherer Daten über ihre Kunden benötigen, und betrachteten das sogar als Eingriff in ihre Privatsphäre. Jetzt halbierte sich dieser Wert nahezu auf 15 Prozent.

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Andreas Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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