Daniel Seeger ist Geschäftsführer der ZVO GmbH und Autor für www.mehr-wert.com. © privat
  • Von Redaktion
  • 09.06.2023 um 13:27
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Seit einigen Tagen rührt die Hanse-Merkur kräftig die Werbetrommel für ihr neues Krankenzusatzprodukt. Unter dem Tarifnamen ZY wird das Krebs-Scan-Früherkennungsprogramm geführt und verspricht, eine Revolution unter den Krebsversicherungen zu sein. Ist das wirklich so und wo unterscheidet sich der Krebs-Scan von den restlichen Versicherungen? Die Antwort gibt Gastautor Daniel Seeger.

Unterschied Krebs-Scan zu Krebsversicherungen von Getsurance, Nürnberger & Co.

Krebsversicherungen gibt es viele am Markt und das auch schon seit Jahren. Was macht den neuen Krebs-Scan der Hanse-Merkur nun so anders? Das Leistungsversprechen der bisherigen Tarife war bisher immer Folgendes: Wenn du an Krebs erkrankst, zahlt dir die Versicherung Geld, damit du neben der Erkrankung keine finanziellen Sorgen hast. Im Prinzip eine abgespeckte Schwere-Krankheiten-Versicherung für alle, die aus gesundheitlichen Gründen keine mehr bekommen oder aufgrund der höheren Prämien nicht wollen.

Zusätzliche Leistungen sind je nach Gesellschaft unterschiedlich, wie beispielsweise medizinische Beratung oder psychologische Betreuung bei der Nürnberger Krebsversicherung.

Der neue Tarif ZY der Hanse-Merkur ist anders. Es handelt sich dabei um eine Krankenzusatzversicherung, die auf Früherkennung und begleitende Leistungen bei einer Krebsdiagnose setzt. Ziel dabei: Eine mögliche Tumorerkrankung so frühzeitig erkennen, dass die Chancen auf Heilung erhöht werden.

Der wesentliche Unterschied:

  • Bisherige Krebsversicherungen: Leistung NACH Krebs-Diagnose
  • Hanse-Merkur Krebs-Scan: Früherkennungsprogramm plus begleitende Leistungen

Die Leistungen im Tarif ZY

  • Jährlicher Bluttest Pantum Detect
  • Bildgebende Verfahren (MRT, PET/CT) im Verdachtsfall
  • Ein- oder Zweibettzimmer sowie Chefarztbehandlung im Krankenhaus
  • 75 Euro Kurtagegeld für bis zu 42 Tagen
  • Weitreichende Gesundheits-Assistance-Leistungen
Das macht die neue Krebsversicherung so besonders

Kern des Früherkennungsprogramms ist der Bluttest Pantum Detect der Firma Zyagnum aus Darmstadt. Wird im Resultat des Tests ein Verdacht auf Krebs festgestellt, erhält der Patient medizinische Betreuung und es wird ein MRT oder PET-/CT-Termin vereinbart. Die Kosten trägt die Hanse-Merkur. Im bildgebenden Verfahren wird der Verdacht überprüft. Wird Krebs diagnostiziert, erhält der Versicherungsnehmer begleitende Leistungen im Krankenhaus, in der Reha sowie eine durchgehende Gesundheits-Assistance.

Das gesamte Konzept der Zusatzversicherung ist darauf ausgelegt, eine Krebserkrankung so früh wie möglich zu erkennen. Denn je früher Krebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Zusätzlich wird der Patient von Verdachtsfall über die Therapie bis zur Nachsorge begleitet und nicht alleine gelassen.

Wie viele Krebsarten werden durch den Bluttest erkannt?

In ersten Studien wurden durch den Bluttest 29 verschiedene Krebsarten erkannt. Laut eigenen Angaben ist Pantum Detect für nahezu 100 Prozent aller Krebsarten oder Krebsvorstufen geeignet. Nicht ermittelt werden können alle Arten an Blutkrebserkrankungen/Leukämie. Für die Krebsfrüherkennung kann dieses Programm eine echte Revolution bedeuten. Die Hanse-Merkur betont jedoch ausdrücklich, dass der Krebs-Scan als Ergänzung zur konventionellen Früherkennung und Vorsorge zu betrachten ist und diese keinesfalls ersetzt.

Was ist bei der Vermittlung des Krebs-Scan zu beachten?

#1 Geöffnet auch für PKV-Versicherte

Der Tarif ist – anders als viele Krankenzusatzversicherungen – nicht nur für gesetzlich Versicherte offen, sondern auch für PKV-Versicherte. Bei Privatversicherten sind die Obliegenheiten der PKV zu beachten. Die Krebs-Scan Zusatzversicherung muss der privaten Krankenversicherung mitgeteilt werden. Unter Umständen sind Leistungen doppelt versichert (etwa Einbett-Zimmer oder Chefarzt) oder die PKV lässt in ihrem Tarif keine zusätzliche Absicherung zu.

#2 Gesundheitsfrage bzw. Ausschlusskriterien für Pantum Detect

Bei Abschluss der Versicherung erfolgt eine Gesundheitsprüfung. Wer in den letzten 10 Jahren an einer Krebserkrankung litt oder bei dem aktuell ein Verdacht auf eine solche Erkrankung besteht, kann den Tarif nicht abschließen.

Ferner ist der Pantum Detect Bluttest nicht möglich, beziehungsweise für eine gewisse Zeit nicht möglich, wenn bestimmte Erkrankungen vorlagen oder Medikamente eingenommen werden. Auch eine erfolgte Tätowierung oder ein durchgeführtes MRT schließen den Bluttest für die Dauer von acht Wochen aus.

#3 Beschränkte Auswahl an Blutentnahmestellen

Derzeit gibt es deutschlandweit nur eine begrenzte Anzahl an Arztpraxen, die für die Pantum-Detect-Blutentnahmen zugelassen sind. Die Firma Zyagnum erweitert das Netzwerk an Entnahmestellen kontinuierlich. Jedoch ist gerade für Menschen aus ländlichen Regionen die Anreise zur nächsten Arztpraxis noch etliche Kilometer entfernt. Die Blutentnahme durch den Hausarzt ist nicht möglich. Aktuell sind diese Blutentnahmestellen für den Pantum Detect Bluttest vorhanden.

Fazit

Die Krebsversicherung Krebs-Scan der Hanse-Merkur ist ein Tarif, der für viele Kunden sehr interessant sein dürfte. Das Früherkennungsprogramm unterschiedet sich deutlich von anderen Krebsversicherungen und zielt auf Früherkennung und Heilung ab, anstatt (nur) eine finanzielle Hilfe im Diagnosefall zu leisten.

Über den Autor

Daniel Seeger ist Geschäftsführer der ZVO GmbH und Autor für www.mehr-wert.com.

kommentare
cooltiges@web.de
Vor 1 Jahr

Aber was soll das Ganze bringen wenn ich weiß, dass ich prädistiniert bin für eine gewisse Krebsart ? Ich habe das Ganze ständig im Hinterkopf und kann doch nichts dagegen machen, denn es gibt keine Vorsorgeimpfung gegen Krebs. Besser ist doch auf seine Gesundheit zu achten, sich gesund zu ernähren, sich zu bewegen, nicht zu rauchen und wenig oder gar keinen Alkohol zu trinken.

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cooltiges@web.de
Vor 1 Jahr

Aber was soll das Ganze bringen wenn ich weiß, dass ich prädistiniert bin für eine gewisse Krebsart ? Ich habe das Ganze ständig im Hinterkopf und kann doch nichts dagegen machen, denn es gibt keine Vorsorgeimpfung gegen Krebs. Besser ist doch auf seine Gesundheit zu achten, sich gesund zu ernähren, sich zu bewegen, nicht zu rauchen und wenig oder gar keinen Alkohol zu trinken.

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