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Frank Breiting ist Leiter für das private Vorsorgegeschäft der Deutschen Asset Management. © Deutsche AM
  • Von Redaktion
  • 26.07.2016 um 08:55
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lesedauer Lesedauer: ca. 06:00 Min

Die Deutsche Asset Management (Deutsche AM) schließt Mitte November Teilfonds der wichtigsten Garantiefonds-Serie in Fondspolicen. Welche Gründe sie hat und was passiert, wenn der Garantiewert bis dahin nicht erreicht wurde, erklärt Frank Breiting, Leiter für das private Vorsorgegeschäft der Deutschen AM.

Pfefferminzia: Bis spätestens 18. November 2016 sollen die Teilfonds DWS Flexpension 2016 bis 2023, DWS Flexpension II 2019 bis 2025 und der DWS Flexpension 2025 Sparplan geschlossen werden. Warum?

Frank Breiting: Wir liquidieren die kurzlaufenden Flexpension-Fonds schlicht und einfach aus dem Grund, weil wir wegen des Niedrigzinsumfelds kaum noch die Möglichkeit haben, die Garantie sinnvoll abzusichern und gleichzeitig eine zusätzliche Performance zu erzielen. Wenn Sie das ganze Geld in Staatsanleihen investieren, haben Sie keine Luft mehr für Aktien und sind komplett im Cash-out. Im Fondsprospekt wird dem Kunden aber zugesichert, dass er an den Aktienmärkten partizipieren wird. Momentan führt jedoch die Garantie dazu, dass wir gar keine Chance mehr haben, auch nur ansatzweise diesen Teil der Anlagepolitik  des Fonds umsetzen. Also muss man im Sinne des Anlegerschutzes die Fonds liquidieren.

Wie hoch ist das Volumen der Fonds? Und wie viele Kunden sind betroffen?

Das verwaltete Volumen liegt bei rund 2,4 Milliarden Euro. Betroffen sind etwa eine Millionen Kunden.

Dann ist Ihnen die Entscheidung sicherlich nicht gerade leicht gefallen.

Klar. Man hat dann natürlich immer das Risiko, dass das Geld woanders hingeht und nicht zurück zu uns. Der Kunde hat den Fonds außerdem einmal gewählt, weil er die Anlagestrategie gut fand mit der Garantie und der Aktienpartizipation. Aber wir propagieren nun schon seit einiger Zeit, dass Garantien und Aktieninvestments momentan einfach nicht mehr zusammen funktionieren. Letzten Endes tun wir allen Beteiligten damit einen Gefallen. Es ist die sauberste Variante, den Fonds zu liquidieren. Weil man den Kunden dadurch praktisch dazu zwingt, sich für einen neuen Fonds zu entscheiden. Sonst erreichen wir nie alle Kunden. Sonst gibt es immer welche, die arglos Jahre lang abwarten und dann feststellen, dass der Fonds die vergangenen Jahre keine Performance gebracht hat. Dann ist der Schaden aber schon passiert.

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Was machen Sie, wenn der Garantiewert bis zum 18. November nicht erreicht ist?

Wir liquidieren den Fonds zum erreichten Höchststand. Wenn der Fonds zum Garantietag unter der Garantie liegt, füllen wir die Differenz aus Eigenmitteln auf.

Wird das eine teure Angelegenheit?

Ein paar Millionen Euro wird das sicherlich kosten.

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