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Auch ein Hackerangriff stellt für eine kleine Firma eine Existenzbedrohung dar – sie wird von vielen Selbstständigen bislang aber offenbar verdrängt. © picture all. / Shotshop | Monkey Business 2
  • Von Lorenz Klein
  • 23.05.2023 um 15:04
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lesedauer Lesedauer: ca. 01:40 Min

Ein Hackerangriff kann eine kleine Firma die Existenz kosten – doch diese Gefahr wird von vielen Selbstständigen offenbar verdrängt: Erst jeder Vierte hat entsprechende Abwehr-Maßnahmen getroffen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des „Versicherungsmonitors“, die vom Versicherer Hiscox unterstützt wurde.

Immer wieder ist zu lesen und zu hören, dass Hacker ganze Firmen und Stadtverwaltungen lahmlegen und einen geregelten Betrieb für Wochen oder gar Monaten unmöglich machen. Viele Selbstständige scheint das jedoch kalt zu lassen – diesen Schluss legt zumindest eine repräsentative Umfrage der digitalen Fachzeitung „Versicherungsmonitor“ mit Unterstützung des Versicherers Hiscox nahe.

Danach hat erst jeder vierte Selbstständige Maßnahmen getroffen, um sich für eine solche Attacke und ihre Folgen zu wappnen. Offenbar werde die Gefahr von Cyberangriffen bislang von vielen Selbstständigen verdrängt, wie die Studienautoren am Montag im Rahmen eines digitalen Pressegesprächs schlussfolgerten.

„Der Bedarf wird oft nicht gesehen“, sagte Karsten John, Geschäftsführer des Marktforschers Infas Quo, mit Blick auf den geringen Verbreitungsgrad von Cyberversicherungen. So haben bislang nur 5 Prozent der Befragten eine entsprechende Versicherung abgeschlossen. 47 Prozent verneinten die Frage, ob sie Schutzmaßnahmen gegen Cyber- und Datenrisiken getroffen hätten. „Überraschend ist aus unserer Sicht besonders, wie wenige Kunden tatsächlich schon abgesichert sind“, sagte Hiscox-Cyberexperte Tobias Wenhart.

Es trifft nicht nur die Großen

Dabei könnten Cyberangriffe auch kleine Firmen in Existenznot bringen, wie die Studienautoren betonten. Dies werde aber von Kleinstunternehmen häufig nicht so wahrgenommen, weil sie vor allem Presseberichte im Kopf hätten, in denen von zielgerichteten Angriffen auf Großunternehmen die Rede sei, wie Wenhart erklärte. Daher sei es wichtig, diese einseitige Sicht in der Beratung aufzulösen, so der Hiscox-Manager.

Doch das dürfte sich für die Branche noch als große Herausforderung erweisen – so gab Herbert Fromme, Herausgeber des „Versicherungsmonitors“, zu bedenken, dass es die Versicherungswirtschaft bislang nicht vermocht habe, Selbstständige „davon zu überzeugen, dass Cyberversicherungen ein echtes Vorsorgeinstrument für das große Risiko von Cyberangriffen sind“.

Befragt wurden drei Gruppen von Selbstständigen: solche mit einem Umsatz unter 70.000 Euro, einem Umsatz von 70.000 Euro bis 150.000 Euro und Selbstständige mit höherem Umsatz. Die Umfrage soll laut der Macher künftig jährlich wiederholt werden – dann dürfte sich zeigen, ob die Branche mit ihren Argumenten für den Abschluss einer Cyberversicherung durchzudringen vermag. 

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Lorenz Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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