Pfefferminzia Logo rgb
Feuerwehr im Einsatz: In Berlin mussten auf dem Brunsbüttler Damm 300 Menschen nach einem Schaden an einer Gasleitung evakuiert werden © picture alliance/dpa | Annette Riedl
  • Von Sabine Groth
  • 27.06.2024 um 13:54
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 01:10 Min

Die VHV Allgemeine hat nachgesehen, welche versicherten Schäden im Tiefbau im vergangenen Jahr besonders häufig auftraten. Dabei gibt es einen klaren Sieger, nämlich den Leitungsschaden. Doch solche Schäden ließen sich deutlich reduzieren, meint der Versicherer.

Beschäftigte eines Tiefbauunternehmens sollten 2022 eine neue Trinkwasserleitung verlegen. Um den genauen Verlauf der bisherigen Leitung zu ermitteln, führten sie sogenannte Suchschachtungen mit einem Spaten durch. Dabei stießen sie unvermutet auf ein Glasfaserkabel, das sie schwer beschädigten. Die Folge: In einem ganzen Stadtteil fiel das Internet aus. Wie sich später herausstellte, waren die Angaben im Leitungsplan nicht korrekt.

Dies ist ein Beispiel für einen Schadenfall aus dem VHV-Bauschadenbericht 2022/23. Und einer von vielen Leitungsschäden bei Tiefbaumaßnahmen. Bei der VHV Allgemeine betraf 2023, ähnlich wie auch schon im Vorjahr, jeder zweite Tiefbauschaden eine Leitung. Zerstört werden diese allerdings meist nicht mit dem Spaten, sondern einem Bagger oder anderen Arbeitsmaschinen.

Viele Schäden sind nach Ansicht der VHV jedoch vermeidbar. Denn Ursache seien häufig wie im Beispiel falsche oder ungenaue Lagepläne. „Wenn Glasfaserkabel, Wasser- oder Gasleitungen beschädigt werden, ist das nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich. Um solche Schäden künftig zu verhindern, brauchen wir detaillierte Lagepläne, ein zentrales Leitungskataster und genormte Warneinrichtungen. Auch die kontinuierliche Weiterbildung von Fachkräften ist eine wichtige Investition in die Zukunft“, sagt Vorstandssprecher Sebastian Reddemann.

Vor jeder Tiefbaumaßnahme muss eine Leitungsauskunft aller involvierten Netzbetreiber (Elektrizitäts-, Gas- und Wasserversorgungsunternehmen, Telekommunikationsunternehmen, Straßenbauämter) eingeholt werden. Allerdings gebe es nicht immer einen Gesamtplan und dann müsse von jedem Netzbetreiber einzeln die jeweiligen Pläne mit Lage und Verlauf der erdverlegten Leitungen angefordert werden. Das sei sehr aufwendig und die Daten seien nicht immer korrekt. Auch fehlten in Deutschland immer noch einheitliche Bestimmungen über die Qualität der Leitungsdaten und der Genauigkeit von Positionsangaben in den bereitgestellten Unterlagen. Nach Ansicht der VHV würden verbindliche Regelungen wesentlich dazu beitragen, das Risiko von Leitungsbeschädigungen, Unfällen und Versorgungsausfällen zu minimieren.

autorAutorin
Sabine

Sabine Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Pfefferminzia Logo rgb
Suche
Close this search box.
Zuletzt hinzugefügt
Zuletzt hinzugefügt
„Schadenbearbeitung war immer wie ein Wurmfortsatz“
„Lass mal reden“ mit Sami Charaf Eddine (Claimflow)

„Schadenbearbeitung war immer wie ein Wurmfortsatz“

„Wie willst du denn 1 Million Versicherte individuell ansprechen?“
„Lass mal reden“ mit Ingo Gregus (Adesso Digitalagentur)

„Wie willst du denn 1 Million Versicherte individuell ansprechen?“

Zuletzt hinzugefügt
Vermittler müssen und wollen sich weiterbilden
AfW-Vermittlerbarometer: Nachhaltigkeit

Vermittler müssen und wollen sich weiterbilden

Die besten Maßnahmen, mit denen Versicherer Maklern helfen
OMGV Award für Maklerunterstützung 2023

Die besten Maßnahmen, mit denen Versicherer Maklern helfen

Zuletzt hinzugefügt
„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“
„Lass mal reden“ mit Ralf Pispers, Personal Business Machine (PBM)

„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“

„80.000 Impats pro Jahr könnten sich sofort privat versichern“
„Lass mal reden“ mit Kabil Azizi (Gothaer)

„80.000 Impats pro Jahr könnten sich sofort privat versichern“

Zuletzt hinzugefügt
„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“
„Lass mal reden“ mit Ralf Pispers, Personal Business Machine (PBM)

„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“

„Es gibt kaum Branchen, die eine höhere Verantwortung tragen“
Interview-Reihe 'Mit Vision – Auf dem Weg zum Unternehmer'

„Es gibt kaum Branchen, die eine höhere Verantwortung tragen“

Skip to content