Im Streit mit der Politik

Versicherer warnen davor, Riester abzuwickeln

Riester sei gescheitert. Das meinen inzwischen viele Politiker. Zuletzt wetterte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) gegen diese Rente. Dabei steht der Kampf gegen Altersarmut ganz oben auf der Agenda der Regierenden. Experten warnen vor einem Vertrauensbruch in der privaten Altersvorsorge.
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© Getty Images

Wiederholt hat Seehofer sich negativ über die Riester-Rente geäußert und ihre Abwicklung gefordert. Altersvorsorgeexperten, Sozialpolitiker und die Versicherungswirtschaft zeigen sich entsetzt. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) warnt vor einem groben Vertrauensbruch. Dabei räumte der CSU-Politiker ein, dass nachhaltige Lösungen gefragt seien. Nur die Menschen zu mehr Eigenvorsorge zu verpflichten, reiche nicht aus.

Wie der Tagesspiegel berichtet, kommt nun auch Kritik aus der Union. „Vertrauensschutz“ fordert deren Rentenexperte Peter Weiß. „Wer einen Vertrag abgeschlossen hat, hat natürlich Anspruch auf weitere Förderung“, sagt der CDU-Politiker. Unklug sei es, die Förderung privater Altersvorsorge in Zukunft ersatzlos zu streichen.

Die SPD warnt inzwischen ebenso vor Schnellschüssen, doch die stellvertretene Fraktionsvorsitzende Carola Reimann betont, dass sich die Erwartungen in die kapitalgedeckten Versorgungssystemen nicht erfüllt hätten. „Die Riester-Rente ist renditeschwach und füllt vor allem die Kassen der Banken und Versicherer“, sagt sie.

Die Versicherungswirtschaft weist das zurück. 72 Prozent der Arbeitnehmer hätten inzwischen eine Riester-Rente oder eine betriebliche Altersversorgung, sagte der Geschäftsführer des Versicherungsverbands Peter Schwark.  Riester sei „ein Erfolgsmodell“. Und die Rendite sei wegen der Zulagen und der nachgelagerten Besteuerung deutlich besser als bei nicht geförderten Produkten.

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