Steffen Liebig ist Experte für Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) bei Standard Life. © Standard Life
  • Von Oliver Lepold
  • 15.07.2020 um 18:07
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Mit der Absicherung der Arbeitskraft sollte so früh wie möglich begonnen werden. Steffen Liebig, Experte für Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) beim Versicherer Standard Life, erläutert, wie das jungen Menschen trotz knapper Budgets gelingen kann – und verteidigt sich gegen Kritik, wonach Altersvorsorge und Arbeitskraftabsicherung nicht miteinander gekoppelt werden sollten.

Pfefferminzia: Wie können junge Erwachsene sinnvoll vorsorgen, wenn sie dafür nur 50 Euro monatlich erübrigen können?

Steffen Liebig: Berufsanfänger erfüllen sich meist erst einmal Wünsche, die sie sich als Student und Schüler nicht leisten konnten. Für Vorsorge und Absicherung bleibt in der Tat wenig übrig, es gibt aber dennoch Lösungen. Wir bieten Tarife in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), die genau für diese Übergangszeit gedacht sind. Für ein bis fünf Jahre ist der Anfangsbeitrag dabei um bis zu 50 Prozent vermindert. Das Risiko, in jungen Jahren berufsunfähig zu werden, ist trotzdem abgesichert. Das Jungsein wird in den Gesundheitsfragen eingefroren, das heißt, wenn die Kunden mehr Geld verdienen, kann der Schutz ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden.

Sind bei derart geringen Beiträgen auch die Vertragskosten vermindert?

Das ist ein wichtiger Punkt. In der Regel zahlen Sie bei deutschen Versicherern immer den gleichen BU-Beitrag, obwohl das Risiko mit 18 Jahren berufsunfähig zu werden viel geringer ist als mit 45. Bei deutschen Versicherern wird also eine Durchschnittskalkulation über die gesamte Laufzeit vorgenommen. Nicht so bei Standard Life. Wir entnehmen die Risikokosten bedarfs- und altersgerecht, so dass sie am Anfang durch das sogenannte Pay as you go-Verfahren wesentlich niedrigere Risikokosten haben, die erst mit der Laufzeit ansteigen. Am Ende fällt diese Risikokostenkurve wieder, weil für uns die Zeit, in der wir in der Leistungspflicht stehen, immer kürzer wird.

Bis Jahresende 2020 offeriert Standard Life Sonderkonditionen für die Generation Y. Sie koppeln dabei eine Rentenversicherung mit einer BU-Zusatzversicherung. Welche Vorteile bietet dieses Konzept?

Das ist sinnvoll, weil – wie erwähnt – der Risikobaustein anfangs sehr niedrig angesetzt und daher mehr Sparbeitrag aufgebaut wird und mehr in die Altersvorsorge investiert werden kann. Entsprechend kann mehr vom Zinseszinseffekt profitiert werden. Der Sparvertrag ist neben der BU ein wichtiger Baustein in der privaten Vorsorge. Denn im Leistungsfall können junge Menschen nicht nur nicht mehr arbeiten, sie erhalten auch keine Gehaltssteigerungen mehr, was sich für ihren gesetzlichen Rentenanspruch negativ auswirkt. Dazu kommt, dass sie womöglich ihre private Altersvorsorge nicht mehr fortführen, weil sie ihre BU-Rente komplett zum Lebensunterhalt benötigen. Bei Kopplung der BU-Rente mit einer Rentenversicherung ist bei Standard Life immer automatisch eine Beitragsbefreiung im BU-Fall vereinbart. Damit ist auch die Altersvorsorge gegen den BU-Fall abgesichert, denn wir bedienen den Sparvertrag weiter – optional auch mit einer Dynamisierung bis zu 5 Prozent. Was bringt einem sonst eine BU-Rente, die einen später in die Altersarmut entlässt?

Dabei ist zu betonen, dass es sich bei diesen Regelungen nicht um eine einmalige Aktion handelt. So bieten wir schon seit einigen Jahren den Einschluss der Beitragsbefreiung im Falle einer Berufsunfähigkeit gegen Abgabe einer stark vereinfachten Gesundheitserklärung an. Das ist bis zu einem monatlichen Beitrag von 426 Euro möglich und zwar unabhängig des Berufs. Der Sparbaustein bleibt somit im BU-Fall erhalten und kann sogar bis 10 Prozent jährlich dynamisiert werden.

Wie konkret sind die Gesundheitsfragen vereinfacht?

Wir stellen in der Aktion „Du und BU“ nur drei Basisgesundheitsfragen. Falls in den Antworten Unklarheiten auftauchen, haben wir fünf detailliertere Nachfragen vorgesehen. Wir fragen übrigens nicht nach dem Gewicht und erheben keinen Zuschlag für Übergewicht. Die Fragen sind eine weitreichende Vereinfachung und erleichtern es Maklern sehr, junge Kunden für eine BU zu gewinnen. Dabei sind nicht nur Akademiker, sondern rund 45 Prozent aller Berufe unserer Berufsdatenbank über unsere Sonderaktion bis zum Alter von 35 Jahren versicherbar. Makler finden diese leicht über eine Suchmaske auf unserer Website.  Studenten können bis zum Alter von 30 Jahren abschließen.

Die Kopplung von Altersvorsorge und Arbeitskraftabsicherung wird oft als unflexibel kritisiert. In finanziellen Notlagen gehen womöglich beide Verträge verloren. Was entgegnen Sie solcher Kritik?

Das ist ein pauschales Urteil, das in der klassischen deutschen Assekuranz sicher gerechtfertigt ist. Nicht jedoch bei unserem modernen angelsächsisch geprägten Produktkonzept. Wir bieten bei Zahlungsschwierigkeiten – etwa während der aktuellen Corona-Krise – dem Kunden Beitragsferien an. Bei vollem Versicherungsschutz übernehmen wir dann aus dem Deckungsstock die Zahlung der Risikoprämien bis zu 24 Monate lang. Das ist auch mehrfach während der Laufzeit möglich, solange genügend Vertragswert in der Police gebildet wurde. Nach den Beitragsferien kann der Vertrag ohne Gesundheitsprüfung wiederaufgenommen werden.

Die Versicherungssumme ist auf 1.500 Euro begrenzt. Wie kann der junge Kunde später leistungsmäßig weiter aufsatteln?

Die Nachversicherungsgarantie Flex Up haben wir mit unserer neuen Produktgeneration ausgeweitet. Bis zum Alter von 50 Jahren kann die BU Rente ohne Gesundheitsprüfung erhöht werden. Auch ein Studienabschluss ist ein Anlass für eine Erhöhung. Pro Ereignis kann die BU-Rente um bis zu 500 Euro bei Studierenden ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden. Durch die Option Flex Up ist eine BU-Rente von bis zu 2.000 Euro, bei jungen Erwachsenen bis zu 2.500 Euro darstellbar. Wir empfehlen eine Beitragsdynamik einzuschließen, um den Vertrag jährlich automatisch anzupassen. Die Beitragsdynamik erhöht auf Wunsch auch die versicherte BU-Rente. Wer eine deutlich höhere Absicherung wünscht, kann diese über eine Gesundheitsprüfung zudem individuell vereinbaren.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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Oliver Lepold

Oliver Lepold ist Dipl.-Wirtschaftsingenieur und freier Journalist für Themen rund um Finanzberatung und Vermögensverwaltung. Er schreibt regelmäßig für Das Investment, Pfefferminzia und private banking magazin.

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